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Terrorismus : Wiedergeburt der Roten Armee Fraktion?

  • Aktualisiert am
Neue Keimzelle der RAF? Ernst-Volker Staub und Daniela Kette
          2 Min.

          Die oft vergilbten Fahndungsplakate mit den uralten Fotos hängen noch in einigen wenigen Postämtern und auf der Polizeiwache. Verblichen ist auch die Erinnerung an die einst meist gefürchtete Terrorgruppe, die mit ihren Verbrechen die Bundesrepublik in Bedrängnis brachte: Die Rote Armee Fraktion (RAF). Im April 1998 hatte sie öffentlich ihre Auflösung erklärt. Seitdem war Ruhe eingekehrt. Doch jetzt ist der linke Terror wieder da, sagt die Bundesanwaltschaft.

          Frühere Mitglieder der Kommandoebene der dritten Generation der RAF haben sich zu einer neuen Terrorgruppe zusammen getan, sagt die Sprecherin der Behörde in Karlsruhe, Frauke-Katrin Scheuten. Anlass zu der Annahme gibt ein Überfall auf einen Geldtransporter vor zwei Jahren in Duisburg. Dafür bedienten sich der einschlägig verurteilte Ernst-Volker Staub und seine Mitstreiterin Daniela Klette der Logistik der alten RAF, darunter bis heute unentdeckter Waffendepots. Eine beim Raub verwendete Panzerfaust könnte also noch von den alten RAF-Terroristen sein.

          Neue DNA-Tests

          Dass Staub und Klette beteiligt waren, beweisen Speichel und Abriebspuren, die sie in einer Maske und im Fluchtfahrzeug hinterließen. Herausgefunden haben dies vor kurzem Kriminaltechniker des Bundeskriminalamts (BKA) mit Hilfe von neuen DNA-Tests. Jedoch hatte das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt (LKA) bereits vor mehr als einem Jahr Staubs Anwesenheit am Tatort bewiesen. Die LKA-Laboranten hatten in einem Motorradhelm Haare des 1990 untergetauchten RAF-Terroristen gefunden.

          Die Bundesanwaltschaft hat offenbar erst nach längerer Prüfung die Frage bejaht, dass sich eine neue Terrorismus-Gruppe gebildet hat. Der Bundesgerichtshof erweiterte im vergangenen November die Haftbefehle gegen Klette und Staub wegen Mitgliedschaft in der neuen terroristischen Vereinigung und schweren Raubes. Die Fahndung nach Klette und Staub wird nun noch aus einem anderen Grund vorangetrieben. Am Mittwoch hatte die Bundesanwaltschaft die Öffentlichkeit mit einem Paukenschlag überrascht. Ein nach der Ermordung des früheren Treuhandchefs Detlev Karsten Rohwedder 1991 am Tatort gefundenes Haar ist dem RAF-Terroristen Wolfgang Grams zuzuordnen. Grams und seine damalige Freundin Birgit Hogefeld hatten auch Kontakt zu Klette und Staub.

          Terrorgruppe ohne Namen

          Als Grams bei einer Anti-Terroraktion im mecklenburgischen Bad Kleinen unter mysteriösen Umständen bei einer Schießerei ums Leben kam, waren außer Hogefeld auch Klette und Staub vor Ort. Das beweisen Fingerabdrücke. Ob die beiden aber im Fall einer Festnahme zur Aufklärung der zahlreichen noch unaufgeklärten Mordtaten Ende der 80er Jahre beitragen könnten, bleibt dahingestellt.

          Hinter der Gefahr, die möglicherweise von der neuen, bisher namenlosen Terrorgruppe ausgehen soll, steht ebenfalls ein Fragezeichen. Der Vorsitzende des Rechtsausschusses des Bundestags, Rupert Scholz, sieht jedenfalls schon jetzt „alle diejenigen eines Besseren belehrt, die voreilig glaubten, dass die RAF aufgegeben“ hätte.

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