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Terrorismus : Wieder Attentatsversuch in Moskau

  • Aktualisiert am

Trauer um die Opfer vom Wochenende Bild: dpa/dpaweb

Beim Versuch, einen Sprengsatz zu entschärfen, ist am Donnerstag in Moskau ein Geheimdienstbeamter ums Leben gekommen. Die Polizei vermutet eine Verbindung zu den Attentaten vom Wochenende.

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          Vier Tage nach dem doppelten Selbstmordanschlag auf die Besucher eines Rockkonzert in Moskau ist bei einem neuen Attentatsversuch ein russischer Geheimdienstbeamter getötet worden. Der Ermittler sei ums Leben gekommen, als er den Sprengsatz vor einem Restaurant in der Moskauer Innenstadt entschärfen wollte, teilte die Polizei am Donnerstagmorgen mit. Die Polizei vermutet eine Verbindung zu den Anschlägen vom Wochenende.

          Demnach wollte eine junge Frau mit der Bombe im Rucksack zuvor die Gaststätte betreten, flüchtete aber, als Sicherheitskräfte sie kontrollieren wollten. Die Frau sei anschließend gestellt worden, gab die Polizei weiter bekannt. Bei der Festnahme habe sie den mit einem Sprengsatz gefüllten Rucksack auf die Straße geworfen.

          Attentäterin stammt aus Tschetschenien

          Beamte des Inlandsgeheimdienstes FSB deckten den Rucksack den Angaben zufolge mit einer schußsicheren Weste ab und überprüften den Sprengsatz fünf Mal mit einem Roboter. Erst dann habe sich ein Experte mit Schutzanzug dem Rucksack genähert, woraufhin die Bombe sofort explodiert sei, berichtete ein Augenzeuge. Die Bombe mit einer Sprengkraft von zwei Kilogramm TNT habe dem FSB-Fachmann praktisch keine Überlebenschance gelassen, sagte ein Polizeisprecher.

          Die 1980 geborene Frau stammte aus Tschetschenien, zitierte die Nachrichtenagentur Ria Nowosti Mitarbeiter der Polizei. Sie könnte in Verbindung zu den jüngsten Anschlägen in Moskau am Wochenende stehen, meldete Itar-Tass unter Berufung auf die Ermittler.

          Scharfes Vorgehen

          Erst vor fünf Tagen wurden bei einem Selbstmordanschlag bei einem Rock-Festival 14 Konzertbesucher und zwei vermutlich aus Tschetschenien stammende Attentäterinnen getötet. Dies nährte die Furcht vor neuen Anschlägen tschetschenischer Rebellen, die für die Loslösung der Kaukasus-Republik von Rußland kämpfen.

          Der russische Innenminister Boris Gryslow hatte am Mittwoch im Zusammenhang mit der Suche nach tschetschenischen Rebellen ein scharfes Vorgehen gegen Einwohner ohne Aufenthaltsgenehmigung angekündigt. In Moskau und anderen Städten leben tausende Menschen aus dem Kaukasus und Zentralasien. Darunter dürften auch zahlreiche Tschetschenen sein, die aus ihrer Heimat im Zuge des Krieges des russischen Militärs gegen die nach Unabhängigkeit strebende Föderationsrepublik geflohen sind.

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