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Terrorismus : Rizin-Fund: Londoner Polizei stürmt Moschee

  • Aktualisiert am

In London festgenommen? Islamist Abu Hamza al-Masri Bild:

Sieben Nordafrikaner wurden festgenommen, als die Londoner Moschee Finsbury Park von der Polizei gestürmt wurde. Hintergrund der Aktion sind die jüngsten Funde des Giftstoffes Rizin.

          Anti-Terroreinheiten der britischen Polizei haben am Montagmorgen in London die Moschee eines radikalislamischen Geistlichen gestürmt und mindestens sieben Nordafrikaner festgenommen. Nach Angaben von Scotland Yard stand die Aktion in Verbindung mit dem Fund des hochgiftigen Biokampfstoffs Rizin Anfang des Monats in einer Nordlondoner Wohnung. Vier Algerier, die dabei festgenommen worden waren und inzwischen als Terroristen angeklagt sind, hatten die Moschee regelmäßig besucht.

          Augenzeugen berichteten von etwa 50 Polizisten in Kampfanzügen und mindestens einem Hubschrauber. Zwei benachbarte Häuser wurden ebenfalls durchsucht. Die Festgenommenen wurden zu einer Polizeiwache in London gebracht, teilte ein Sprecher von Scotland Yard mit.

          Sammelpunkt für Extremisten

          Die Nordlondoner Zentralmoschee Finsbury Park gilt seit Jahren als Sammelpunkt extremistischer Moslems. Im Mittelpunkt dieser Kreise steht nach Erkenntnissen der britischen Polizei der Geistliche Abu Hamza. Ob dieser am Montag auch festgenommen wurde, ist derzeit
          unklar. Der gebürtige Ägypter ist der bekannteste islamische Extremist Großbritanniens. Als Kämpfer gegen die sowjetischen Besatzer Afghanistans verlor er in den 80er Jahren beide Hände und ein Auge durch eine Mine. Danach ging er nach London und übernahm dort nach und nach die Führung der Finsbury Park-Moschee, einer der größten der Stadt.

          Offene Unterstützung von Taliban und Al Qaida

          In seinen Predigten unterstützte er offen die Taliban und bekundete Sympathien für Osama bin Laden und dessen Terror-Netz Al Qaida. Noch in der vergangenen Woche äußerte er Verständnis für den Algerier, der in Manchester einen britischen Polizisten erstochen hatte.

          Seit langem hatten Teile der britischen Presse ein härteres Vorgehen gehen Abu Hamza verlangt. Doch da dieser die britische Staatsbürgerschaft besitzt, konnte er nicht abgeschoben werden. Außerdem achtete er darauf, in seinen Predigten eine gewisse Grenze nicht zu überschreiten, um sich nicht strafbar zu machen. Innenminister David Blunkett hatte jedoch nach dem Polizistenmord in Manchester ein härteres Vorgehen gegen islamische Extremisten angekündigt.

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