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Terrorismus : Freispruch im Mordprozess um Opec-Anschlag

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Die 80 Jahre alte Angeklagte Sonja Suder wirft den Zuschauern im Gericht eine Kusshand zu Bild: dpa

Sonja Suder ist vom Vorwurf der Mittäterschaft beim Anschlag auf die Opec-Konferenz 1975 in Wien entlastet worden. Das Gericht sprach von einer „ungeheuer beschwerlichen Sachaufklärung“.

          Der Frankfurter Prozess um den tödlichen Überfall auf die Wiener Opec-Konferenz vor fast 40 Jahren ist mit einem Freispruch zu Ende gegangen. Die Mordvorwürfe gegen Sonja Suder sind nach dem Urteil des Landgerichts nicht erwiesen. Die inzwischen 80 Jahre alte Frau war ursprünglich angeklagt, das Attentat auf die Konferenz der Organisation erdölexportierender Länder im Jahr 1975 mit vorbereitet zu haben. Der Überfall, bei dem drei Menschen getötet wurden, stand unter dem Kommando des Terroristen Ilich Ramírez Sánchez alias Carlos.

          Das Frankfurter Gericht verurteilte Suder am Dienstag allerdings wegen der Beteiligung an drei Anschlägen Ende der 1970er Jahre zu dreieinhalb Jahren Haft. Dabei ging es um Attentate auf das Heidelberger Schloss, eine Pumpenfabrik im pfälzischen Frankenthal und die Firma MAN in Nürnberg, bei denen beträchtlicher Schaden entstanden war. Die Taten wären erst nach 40 Jahren endgültig verjährt gewesen.

          Von Sympathisanten gefeiert

          Vor allem bei dem Bombenanschlag auf den Königssaal im Heidelberger Schloss 1978 habe die Angeklagte die Gefährdung von Menschen in Kauf genommen, sagte die Vorsitzende Richterin. Eine halbe Stunde vor der Explosion sei noch ein Schlosswächter in dem Saal gewesen.

          Suder nahm das Urteil äußerlich ungerührt entgegen, die Augen mit einer Sonnenbrille verdeckt. Sie soll einst den Revolutionären Zellen (RZ) angehört haben, einer linksextremistischen Terrorgruppe. Suder konnte den Gerichtssaal nach dem Urteil auf freiem Fuß verlassen. Der Haftbefehl wurde außer Vollzug gesetzt, da sie schon mehr als zwei Drittel der Gefängnisstrafe in der Untersuchungshaft abgesessen hat. Vor dem Landgericht wurde Suder anschließend von etwa 100 Sympathisanten gefeiert.

          Der Prozess in Frankfurt hatte fast 14 Monate gedauert. Die Staatsanwaltschaft war im Lauf des Verfahrens selbst vom Mordvorwurf abgerückt, weil eine Mittäterschaft Suders an dem Opec-Attentat nicht nachweisbar gewesen sei. Das Gericht sprach bei der Urteilsverkündung von einer „ungeheuer beschwerlichen Sachaufklärung“. Die Verteidigung hatte in allen Anklagepunkten Freispruch gefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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