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Terrorismus : Bush warnt nach Festnahme vor "katastrophaler Macht"

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Verdächtiger el Mudschahir: Wirklich ein großer Fahndungserfolg? Bild: aptn

Der amerikanische Präsident Bush sieht eine wachsende Gefahr durch Terroristen. Sie könnten auch Massenvernichtungswaffen einsetzen.

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          Der amerikanische Präsident George W. Bush hat vor einer wachsenden Gefahr gewarnt, terroristische Gruppen könnten Massenvernichtungswaffen in die Hände bekommen. Bush sagte am Montag, die freien und friedliebenden Gesellschaften sähen sich ungeahnten Bedrohungen gegenüber. Die amerikanische Regierung hatte zuvor bekannt gegeben, einen mutmaßlichen Al-Qaida-Anhänger festgenommen zu haben, der einen Anschlag mit einer radioaktiven „schmutzigen Bombe“ geplant habe. Aus amerikanischen Regierungskreisen wurde bekannt, dass Washington ein Strategie-Papier entwickelt, in dem die Möglichkeit eines Erstschlags zur Abwehr eines nuklearen, chemischen oder biologischen Anschlags dargelegt wird.

          Das Papier sei Teil eines umfassenden Strategie-Plans, der im Herbst veröffentlicht werden solle, verlautete am Montag aus den Kreisen. Bush hatte bereits am 1. Juni gesagt, die amerikanische Armee müsse auf Präventivschläge vorbereitet sein, da die Politik der Abschreckung und Eindämmung wie zu Zeiten des Kalten Krieges nicht in die Welt nach dem 11. September passe.

          Bush sagte am Montag, mit der Verbreitung chemischer, biologischer und atomarer Waffen sowie der Raketentechnologie könnten Feinde der Freiheit eine „katastrophale Macht“ erhalten. „Und es gibt keinen Zweifel, dass sie diese Macht einsetzen würden, um uns anzugreifen und die Werte, zu denen wir stehen, anzugreifen.“

          Festnahme am 8. Mai

          Bush äußerte sich zugleich entschlossen, diese neuen Bedrohungen energisch bekämpfen zu wollen. „Wir werden sie jagen und vor Gericht stellen. Wir glauben, dass wir einen Feind bekämpfen, der barbarisch und böse ist.“ Der amerikanische Justizminister John Ashcroft hatte zuvor mitgeteilt, die Vereinigten Staaten hätten am 8. Mai einen Mann mit engen Kontakten zur Al-Qaida festgenommen. „Wir haben einen im Werden begriffenen terroristischen Plan verhindert, die Vereinigten Staaten mit einer radioaktiven schmutzigen Bombe anzugreifen", sagte Ashcroft.

          Unter einer „schmutzigen Atombombe“ wird ein herkömmlicher Sprengsatz verstanden, der radioaktives Material enthält, jedoch nicht genug, um eine atomare Kettenreaktion auszulösen. Sie verursacht zwar keine riesige Explosion wie eine Atombombe, verseucht jedoch große Gebiete radioaktiv.

          Nach den Angaben der amerikanischen Regierung wurde Abdullah el Mudschahir (31) festgenommen, als er aus Pakistan kommend am Chicagoer Flughafen O'Hare eintraf. Er war mit Vorfahren aus Puerto Rico als Jose Padilla in New York geboren worden und hat nach Angaben der Behörden bereits in jungen Jahren eine lange Liste von Straftaten angesammelt.

          Einsatz gegen Al-Qaida-Kämpfer in Afghanistan

          Amerikanische Truppen suchen unterdessen im Süden Afghanistans unter Einsatz von Hubschraubern und Panzern nach Kämpfern der Al-Qaida. Das berichtete die in Pakistan ansässige afghanische Nachrichtenagentur AIP am Dienstag. Die Aktion konzentriere sich auf eine Region in der Provinz Helmand, 150 Kilometer westlich von Kandahar. Dort sollen sich auch noch Taliban versteckt halten.

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