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Terrorismus : Al Qaida bekennt sich zu Anschlag

  • Aktualisiert am

Die moslemische Extremistengruppe Al Qaida hat sich auf einem Videoband zu den Anschlägen von Madrid bekannt und mit weiteren Attentaten gedroht. Das angebliche Bekennervideo im Wortlaut.

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          Die moslemische Extremistengruppe Al Qaida hat sich auf einem Videoband zu den Anschlägen von Madrid bekannt und mit noch weit verheerenderen Attentaten gedroht.

          Das Innenministerium in Madrid veröffentlichte am Sonntag wenige Stunden vor den Parlamentswahlen eine Abschrift des Bandes, auf dem die Tat als Reaktion auf die Kooperation Spaniens mit den Vereinigten Staaten im Irak und in Afghanistan bezeichnet wird.

          Die Regierung will die Botschaft zunächst auf ihre Echtheit hin prüfen. Innenminister Angel Acebes mahnte allerdings zur Vorsicht. Zuvor hatte er die Festnahme von drei Marokkanern und zwei Indern im Zusammenhang mit den Anschlägen gemeldet. Einige der Festgenommenen hätten möglicherweise Verbindungen zu marokkanischen Extremisten.

          Mögliche Auswirkungen auf Wahl und weltweite Sicherheitslage

          Sollte sich die Täterschaft der Al Qaida und damit auch die Drohung als authentisch erweisen, hätte dies weltweit gravierende Auswirkungen auf die Sicherheitslage. Zudem könnten sich die Wahlchancen der sozialistische Opposition bei den Wahlen verbessern, da die Irak-Politik der konservativen Regierung in Spanien umstritten ist.

          „Ihr wollt das Leben und wir wollen den Tod“

          Auf dem Videoband droht der Al-Qaida-Sprecher mit weiteren Anschlägen. Der Mann sprach Arabisch mit marokkanischem Akzent und behauptete, das Sprachrohr des „militärischen Sprechers“ der Al Qaida in Europa zu sein. Das Bekennervideo im Wortlaut:

          "Wir erklären uns verantwortlich für das, was in Madrid passiert ist, genau zweieinhalb Jahre nach den Anschlägen von New York und Washington. Es ist eine Antwort auf eure Zusammenarbeit mit den Kriminellen Bush und seinen Verbündeten. Es ist auch eine Antwort auf die Verbrechen, die ihr in der Welt und insbesondere in Irak und Afghanistan verübt habt, und so Gott will, wird es weitere geben.

          „Ihr wollt das Leben, und wir wollen den Tod; dies sei ein Beispiel dafür, was der Prophet Mohammed gesagt hat. Wenn ihr nicht eure Ungerechtigkeiten beendet, wird mehr und mehr Blut fließen, und diese Attentate sind sehr wenig im Vergleich zu dem, was noch durch das passieren kann, was ihr Terrorismus nennt. Dies ist eine Warnung des Militärsprechers von El Kaida in Europa, Abu Duchan el Afghani.“

          Telefonischer Hinweis auf den Fundort

          Acebes sagte, die Polizei habe das Band in einem Abfallkorb in einem Vorort Madrids entdeckt. Der Fernsehsender Telemadrid habe zuvor einen Anruf erhalten, in dem auf den Fundort des Bandes hingewiesen worden sei.

          Acebes hatte noch im Laufe des Samstags erklärt, die baskische Terrorgruppe Eta bleibe die Hauptverdächtige für die Anschläge. Rund 1.000 Demonstranten hatten daraufhin vor der Zentrale der regierenden Volkspartei Aufklärung über die Attentäter verlangt. Sie riefen: „Wer war es?“ und „Vor der Wahl wollen wir die Wahrheit!“

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