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Terrorhinweis : Polizei fahndet nach verdächtigem Ägypter

  • Aktualisiert am

Razzia in Hamburg Bild: dpa

Die Durchsuchung einer Moschee brachte keine Hinweise auf einen geplanten Anschlag. Jetzt wird nach einem Verdächtigen gefahndet.

          Die Polizei fahndet nach der Durchsuchung einer Hamburger Moschee nach einem Ägypter, der einen Anschlag planen soll.

          Der Leiter der Abteilung Staatsschutz der Hamburger Polizei, Bodo Franz, sagte am Mittwoch vor Journalisten, die groß angelegte Durchsuchungsaktion am frühen Morgen habe auf seriösen Hinweisen staatlicher Stellen beruht. Auch wenn zunächst keine Hinweise auf einen bevorstehenden Sprengstoffanschlag gefunden worden seien, werde weiterhin nach dem dort vermuteten verdächtigten Ägypter gefahndet. „Wir gehen davon aus, dass in diesem Zusammenhang weder für Hamburg noch für die Bundesrepublik Deutschland eine konkrete Gefährdung vorhanden ist.“

          Eine nicht näher benannte Staatsbehörde habe die Polizei am späten Dienstagabend darüber informiert, dass sich in den Räumlichkeiten der Moschee El Nour im Stadtteil St. Georg ein Ägypter aufhalten solle, der einen Anschlag plane, sagte Franz. Man habe Informationen bekommen, dass dieser Mann mit anderen Personen bestimmte Dinge in konspirativer Weise abgesprochen haben solle. Die rund 238 eingesetzten Beamten hätten dann sämtliche 55 Wohnräume des zur Moschee gehörenden Gästehauses durchsucht. Von gut 50 dort angetroffenen Personen seien acht festgenommen worden, weil sie sich offenbar illegal in Deutschland aufhielten. Drei Personen seien als Verdächtige vorübergehend in Gewahrsam genommen, aber inzwischen wieder freigelassen worden.

          Er gehe dennoch davon aus, dass der Hintergrund der Information seriös gewesen sei, betonte Franz. Es würden weitere polizeiliche Ermittlungen angestellt, den Ägypter zu fassen.

          Innenbehörde: Keine Gefährdung der Bevölkerung

          Der Staatsrat der Hamburger Innenbehörde, Walter Wellinghausen sagte, Anhaltspunkte für die Gefährdung der Bevölkerung lägen nicht vor. „Sondern es geht hier um präventive Maßnahmen zur Verhinderung von konspirativen Absprachen und Vorbereitung von Anschlägen", sagte Wellinghausen. „Hamburg hat in Bezug auf die Terroranschläge vom 11. September eine besondere Verantwortung", fügte er unter Hinweis auf den Jahrestag der Anschläge in den USA hinzu.

          Die durchsuchte El-Nour-Moschee liegt nur etwa 500 Meter von der Moschee El Kods entfernt, in der der mutmaßliche Anführer der Anschläge vom 11. September 2001, Mohammed Atta, früher gebetet hatte. In Hamburg hatten sich mehrere der mutmaßlichen Attentäter vom 11. September aufgehalten.

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