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Terroranschläge : Weitere Wohnungen in Hamburg durchsucht

  • Aktualisiert am

Spurensicherung der Hamburger Polizei Bild: dpa

Die Bundesanwaltschaft hat gegen mehrere mutmaßliche Mitglieder einer terroristischen Gruppierung in Deutschland ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

          2 Min.

          Die Fahndung nach den Tätern und Hintermännern der Terroranschläge in den USA läuft jetzt auch in Deutschland auf Hochtouren. Generalbundesanwalt Kay Nehm ermittelt seit Donnerstag wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung gegen mehrere mutmaßliche arabische Terroristen, die zeitweise in Hamburg gelebt hatten.

          Ein Verdächtiger, der auf einem Flughafen gearbeitet haben soll, wurde in Hamburg festgenommen, teilte Innensenator Olaf Scholz (SPD) mit. Am Donnerstagabend gab es nach Augenzeugenberichten eine weitere Festnahme.

          Zwei Mitglieder der terroristischen Vereinigung sollen an Bord jenes amerikanischen Verkehrsflugzeuges gewesen sein, das zuerst in einen der Türme des World Trade Centers in New York raste. Ein weiteres Mitglied soll in der Linienmaschine gewesen sein, die in Pennsylvania abstürzte.

          Als Selbstmordattentäter verdächtigt: Mohammed Atta
          Als Selbstmordattentäter verdächtigt: Mohammed Atta : Bild: dpa

          Vereinigung in Hamburg gebildet

          Nach Ermittlungen des Landeskriminalamtes Hamburg haben sie längere Zeit in Hamburg gewohnt, sagte Nehm. Es bestehe der Verdacht, dass sich in Hamburg seit Jahresbeginn eine Vereinigung mit arabischem Hintergrund und „islamisch-fundamentalistischer Grundhaltung“ gebildet hat. Ihr Ziel sei es gewesen, zusammen mit anderen islamischen Gruppierungen im Ausland auf „spektakuläre Weise durch Zerstörung von symbolträchtigen Gebäuden“ die USA anzugreifen.

          Nach dem jüngsten Ermittlungsstand sollen zwei der bei den Terroranschlägen ums Leben gekommenen Tatverdächtigen und ein weiterer Beschuldigter an der Technischen Universität Hamburg-Harburg Elektrotechnik und Schiffbau studiert haben. Zu den Ergebnissen der nächtlichen Durchsuchungen in der Hansestadt und
          möglichen Festnahmen machte Nehm keine Angaben.

          Vier weitere Wohnungen durchsucht

          Am Donnerstagnachmittag und am frühen Abend wurden vier weitere Wohnungen durchsucht. Nach unbestätigten Berichten von Augenzeugen gab es dabei in Hamburg-Hamm eine weitere Festnahme. Bei dem Verdächtigen soll es sich um einem Mann arabischer Herkunft handeln.

          Im Laufe des Tages hatten Hamburger Polizei und Ermittler des Bundeskriminalamtes ein Haus im Stadtteil Langenhorn durchsucht. Außerdem seien Wohnungen in Altona und Alsterdorf unter die Lupe genommen worden. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe war zu keiner Stellungnahme bereit. „Zu laufenden Ermittlungen kann ich nichts sagen“, sagte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft.

          Vom FBI alarmiert

          In der Nacht zum Donnerstag hatten Staatsschutz und das Mobile Einsatzkommando (MEK) mehrere Wohnungen in Hamburg-Harburg durchsucht. Bislang sind in der Hansestadt im Zusammenhang mit den Terroranschlägen zwölf Wohnungen überprüft worden.

          Die Hamburger Behörden waren am Mittwochabend über das Bundeskriminalamt vom amerikanischen FBI alarmiert worden. Demzufolge waren der 33 Jahre alte Mohammed Atta sowie der 23 Jahre alte Marwan el Schehi vor einigen Monaten aus Deutschland in die USA eingereist. Beide hätten sich als Studenten legal in Hamburg aufgehalten.

          Nach amerikanischen Medienberichten waren beide als Piloten ausgebildet. Die Ermittler seien ihnen über ein Mietauto auf die Spur gekommen, das am Flughafen von Boston (Massachusetts) geparkt war. Von Boston aus waren zwei der vier später gekaperten Flugzeuge gestartet. Die

          Bei dem am Donnerstagmorgen in Hamburg festgenommenen Mann handelt es sich nach Angaben des Hamburger Landeskriminalamts um einen Flughafenmitarbeiter.

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