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Terrorangriff in Pakistan : Kindermörder

In Islamabad gedenken Menschen der getöteten Schüler. Bild: dpa

Der schreckliche Anschlag auf die Schule in Peschawar bietet die Möglichkeit, im Land endlich einen parteiübergreifenden Konsens gegen die Mörder anzustreben. Der Glaube daran fehlt aber. Ein Kommentar.

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          Es war eine Menschenjagd. Am Ende waren in einer Schule in der pakistanischen Stadt Peshawar mehr als 120 Personen tot, die meisten davon Schulkinder. Was geht eigentlich in jemandem vor, der eine solche Schlächterei anordnet? Glaubt er ernsthaft, wahlloses Morden diene irgendeinem Ziel? Warum wurden ausgerechnet Kinder als Opfer ausgesucht? Man sollte meinen, dass nach diesem schrecklichen Massaker jede Sympathie für die Taliban verschwunden sein müsste. Aber nicht nur in Pakistan ist das Denken allzu Vieler mittlerweile so verquer, dass man da leider nicht sicher sein kann.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

          Die Reaktionen der führenden Politiker wirken hilflos, was einerseits nur natürlich ist angesichts der, wie Ministerpräsident Nawaz Sharif es nennt, „nationalen Tragödie“. Ein Mann wie der Oppositionspolitiker Imran Khan aber, der in der Vergangenheit durchaus die Nähe zu Islamisten gesucht hat, könnte jetzt vielleicht zur Besinnung kommen. Vor allem sollte endlich Schluss sein mit der unsäglichen Unterscheidung zwischen „guten“ und „bösen“ Taliban. Die „guten“ bekämpften zum Beispiel westliche Interessen in der Region. Die „bösen“ hingegen töteten Landsleute.

          Der Massenmord könnte paradoxerweise ein Anzeichen dafür sein, dass die seit Monaten andauernde Offensive der Armee gegen die Islamisten im Nordwesten des Landes erfolgreich verläuft. Andererseits ist aber wegen der Zersplitterung im islamistischen Lager nicht auszuschließen, dass eine andere Gruppe versucht sein könnte, den Anschlag von Peshawar noch zu übertreffen. Es ist nicht zu leugnen, dass die pakistanische Regierung schon viel investiert hat in den Kampf gegen die Taliban. Und alle Welt weiß, wie schwer es ist, einer solchen Organisation beizukommen.

          Aber es ist eben leider auch wahr, dass nicht alle Teile des pakistanischen Regierungs- und Machtapparates zu jeder Zeit alles dafür getan haben, die Terroristen wirksam zu bekämpfen. Nicht einmal zu unzweideutigen Verurteilungen ihrer zahlreichen Greuel fanden sich alle maßgebenden Politiker bereit. Da stellt sich die Frage, was eigentlich noch passieren muss, bis sich das ändert. Die Ankündigung vom Dienstag, jetzt einen parteiübergreifenden Konsens gegen die Kindermörder anzustreben, ist dem ersten Schrecken geschuldet. Noch fehlt der Glaube, dass mehr daraus wird.

          Pakistan : Mehr als 130 Tote bei Taliban-Angriff auf Schule

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