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Terror und die Folgen : Bin Ladin als Grenzgänger zwischen Pakistan und Afghanistan?

  • -Aktualisiert am

Washington ist nahezu sicher, dass Usama bin Ladin noch lebt. Experten vermuten, er bewege sich immer noch als Grenzgänger zwischen Pakistan und Afghanistan.

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          Wo steckt der meistgesuchte Mann der Welt? Seit Wochen ist Usama bin Ladin, der mutmaßliche Drahtzieher der Terror-Anschläge vom 11. September, vom Erdboden verschwunden. Experten meinen, er pendele immer noch zwischen Afghanistan und Pakistan.

          Nach seiner angeblichen Flucht aus den Berghöhlen Afghanistans soll er in Iran, Jemen und auch Somalia gesichtet worden sein. Die Londoner Zeitung „Daily Telegraph“ berichtete am Wochenende, britische und amerikanische Elitesoldaten suchten im indischen Teil von Kaschmir nach dem moslemischen Fundamentalistenführer. Pakistans Militärmachthaber Pervez Musharraf erklärte den gebürtigen Saudiaraber unlängst gar für tot.

          "Wir sind nahezu sicher, dass er lebt"

          Die Vereinigten Staaten hingegen scheinen inzwischen davon auszugehen, dass sich Bin Ladin noch immer im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan aufhält. Diese Annahme sei sehr „vernünftig“, räumte der amerikanische Generalstabschef Richard Myers am Wochenende im Fernsehsender ABC ein. „Wir sind nahezu sicher, dass er lebt.“

          Die „New York Times“ zitierte einen amerikanischen Verantwortlichen mit der Einschätzung, dass der nierenkranke Bin Ladin derzeit noch immer zwischen Afghanistan und Pakistan pendeln könnte. Hat der „Grenzgänger“ Bin Ladin seine Verfolger bislang tatsächlich erfolgreich abschütteln können? Verteidigungsminister Donald Rumsfeld gibt sich da zugeknöpft.

          20 bis 30 führende Al-Qaida-Mitglieder gefasst

          Längst hat Präsident George W. Bush, der die Jagd nach Bin Ladin unmittelbar nach den Anschlägen in New York zur Chefsache erklärt hatte, der Zerschlagung des geheimnisvollen Al-Qaida-Netzwerks oberste Priorität eingeräumt. Stabschef Myers schlägt in die selbe Kerbe: Nicht die Suche nach Bin Ladin sei wichtigste Mission. Vielmehr müsse „die Führung der Al Qaida erwischt“ werden. Bin Ladin sei allerdings Teil dieser Führung, darum „wollen wir und werden wir ihn auch erwischen“, fügte er an.

          Trotz erster Erfolge im Kampf gegen die Al Qaida, nach offiziellen Angaben sind bislang 20 bis 30 ranghöhere Mitglieder gefasst, glauben die Vereinigten Staaten nicht mehr an einen schnellen Sieg. „Tausende und Abertausende“ von Terroristen seien in Afghanistan ausgebildet worden, sagt Rumsfeld. In „vielen Ländern“ drohten darum noch Anschläge.

          Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im US-Senat, Bob Graham, sieht verdeckte Al-Qaida-Aktivitäten als größte terroristische Gefahr für sein Heimatland. Mindestens hundert Mitglieder des Netzwerkes halten sich Graham zufolge derzeit noch in den Vereinigten Staaten auf. „Wir glauben nicht, dass der Krieg gegen den Terrorismus endet, wenn wir Bin Ladin gefunden haben“, warnt auch Generalsstabschef Myers.

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