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Terror gegen Touristen : Die Suche nach Verschütteten geht weiter

  • Aktualisiert am

Verzweifelt und erschöpft: Israelische Rettungskraft Bild: AP

Noch bis zu zwanzig Menschen sind in den Trümmern des Hilton-Hotels auf der ägyptischen Halbinsel Sinai verschüttet. Hinter den Anschlägen mit mindestens dreißig Toten und mehr als 150 Verletzten vermutet Israel Al Qaida.

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          Noch bis zu zwanzig Menschen sind in den Trümmern des Hilton-Hotels auf der ägyptischen Halbinsel Sinai verschüttet. Bei den Terroranschlägen auf drei Hotels, in denen vor allem israelische Urlauber absteigen, wurden mindestens dreißig Menschen getötet und mehr als 150 verwundet worden. Vermißt würden noch 38 israelische Urlauber, sagte der israelische General Jair Naveh, der die Rettungsmannschaften begleitete. Es sei jedoch möglich, daß sich von denen bereits viele zuhause gemeldet haben könnten. Die Rettungsarbeiten könnten noch mehrere Tage dauern.

          Die mit Autobomben verübten Anschläge wurden weltweit aufs Schärfste verurteilt. Bundeskanzler Gerhard Schröder nannte die Taten „menschenverachtend“. „Wir sind entsetzt und schockiert“, sagten Bundesaußenminister Joschka Fischer und der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Mussa, am Freitag. Deutsche wurden nach Erkenntnissen des Auswärtigen Amtes nicht verletzt. Es riet von Reisen auf die Sinai-Halbinsel ab.

          Der größte Anschlag galt in Taba einem Fünfsternehotel, das unmittelbar an der Grenze zu Israel liegt. Die Verwundeten wurden in Krankenhäuser der israelischen Grenzstadt Eilat gebracht. Aufgrund des jüdischen Feiertags Schmini Azeret während des Sukkotfestes waren alle 410 Zimmer des Hotels belegt. Nach den Anschlägen wurden 15.000 Urlauber mit israelischen Bussen nach Israel zurückgebracht.

          Das Hotel nach dem Anschlag

          Ein Hotelflügel eingestürzt

          Das ägyptische Fernsehen berichtete, ein mit 200 Kilogramm Sprengstoff beladener Wagen sei am späten Donnerstag abend in die Lobby des Hotels gerast. Ein Flügel des Hotels mit zehn Stockwerken stürzte ein, unter den Trümmern wird nach Opfern gesucht. Der Gouverneur von Südsinai, Mustafa Afifi, sagte, ausgebrannte Kleinlastwagen seien am Tatort gefunden worden.

          Unmittelbar nach der großen Explosion habe sich ein weiterer Selbstmordattentäter nahe des Schwimmbeckens des Hotels in die Luft gejagt, sagte ein israelischer Beamter. Gleichzeitig mit dem Anschlag in Taba gab es 60 Kilometer weiter im Süden der Halbinsel in Ras Schitan und Nuweiba zwei kleinere Selbstmordanschläge, die ebenfalls mit Kleintransportern ausgeübt. Dabei wurden mindestens sieben Israelis getötet.

          Sinai nun Militärzone

          Ägypten hat nach den Anschlägen den Suezkanal gesperrt und den gesamten Sinai zur Militärzone erklärt. Die Sicherheitsstufen auf den Flughäfen in Kairo sowie bei den Touristenzentren Hurghada, Luxor und Assuan wurden erhöht, ebenso die Polizeipräsenz vor Hotels.

          Eine israelische Internetseite verbreitete, auf dem Sinai werde ein weiteres Selbstmordkommando mit einem Kleintransporter vermutet. Der israelische Verteidigungsminister Mofaz und der ägyptische Geheimdienstchef Sulaiman stehen ständig in Kontakt. Über sie hat sich die israelische Regierung bei Staatspräsident Mubarak über die schleppende Abfertigung der israelischen Rettungsmannschaften durch ägyptische Grenzbeamte beschwert.

          Tel Aviv: Dahinter steckt Al Qaida

          Der stellvertretende israelische Verteidigungsminister Zeev Boim, der wenige Stunden nach der Explosion in Taba eintraf, sagte, es sei noch zu früh zu sagen, wer den Anschlag ausgeführt habe. Die ersten Hinweise deuteten indessen darauf hin, daß das Terrornetz Al Qaida hinter den Anschlägen stecke. Das sei nicht der Terror, wie er von den Palästinensern bekannt sei, sagte Boim.

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