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Terror auf Bali : Zwei Indonesier in Haft genommen

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Bei der Suche nach den Drahtziehern der Bombenanschläge auf Bali hat es erste Festnahmen gegeben.

          Die indonesischen Behörden haben gegen zwei Männer Haftbefehle erlassen, die wegen der Bombenanschläge auf Bali verhört worden waren. Sie seien wegen Fluchtgefahr inhaftiert worden, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch.

          Bei den beiden Verdächtigen handele es sich um Indonesier von der Hauptinsel Java, sagte Balis Polizeichef, Brigadegeneral Budi Setyawan. Sie wurden nach Angaben der britischen BBC am Mittwoch offiziell als Verdächtige verhaftet, nachdem sie seit Dienstag intensiv verhört worden waren. Dabei waren die Männer durch „verwirrende Angaben“ aufgefallen. Einer von ihnen soll der Bruder eines weiteren Verdächtigen sein, dessen Ausweis am Ort der Explosionen gefunden worden sei.

          Ex-Luftwaffenoffizier wieder auf freiem Fuß

          Die Polizei dementierte einen Bericht der „Washington Post“, wonach ein früheres Mitglied der indonesischen Luftwaffe den Bau der Bomben gestanden haben soll. Ein Polizeisprecher sagte, dies seien nur Gerüchte. „Bislang gibt es kein Geständnis von irgendjemandem“, sagte er. Der frühere Luftwaffenoffizier sei festgenommen, aber später wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Auch vier Tage nach den Anschlägen hatte sich weiterhin niemand als Urheber bekannt.

          Nach jüngsten Erkenntnissen der Ermittler wurden bei den Anschlägen drei verschiedene Sprengstoffe benutzt, darunter der starke Plastiksprengstoff C-4 sowie TNT. Das hätten Labortests des Geheimdienstes CIA ergeben, sagte ein Behördensprecher. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Sprengstoff in das Dach eines Minivans gepackt gewesen ist.

          Geständnis eines hohen Al-Qaida-Mitglieds

          Der „Stern“ berichtet unterdessen, dass rund vier Wochen vor den Terroranschlägen auf Bali der mutmaßliche indonesische Statthalter Usama bin Ladins, Omar Al Faruk, geplante Angriffe seiner Organisation mit Autobomben gestanden habe. Demnach habe der 31-jährige Al Faruk habe am 9. September nach monatelangen Verhören erklärt, er habe von den Al-Qaida-Führern Abu Subaydah und Ibn Al Scheich Al Libi den Auftrag bekommen, „Anschläge gegen US-Interessen“ in mehreren südostasiatischen Ländern zu organisieren.

          Die indonesische Regierung, die trotz der Warnungen von Nachbarländern lange Zeit die Aktivität extremistischer Moslemgruppen im Land ignoriert hatte, erließ unterdessen eine Anordnung zur Terrorismus-Bekämpfung. Mit dem Erlass umgeht sie das Parlament, das sich bislang einem Anti-Terrorismus-Gesetz verweigert hatte. Nach dem indonesischen Recht kann das Parlament später per Gesetz den Erlass der Regierung ersetzen.

          Bei den schlimmsten Terroranschlägen seit dem 11. September 2001 waren zahlreiche junge Australier getötet worden, als die Bomben vor zwei gut besuchten Nachtclubs in dem beliebten Ferienort Kuta explodierten. Insgesamt kamen mindestens 189 Menschen ums Leben, Hunderte weitere wurden verletzt.

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