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IS-Attacke auf Kirche : Eine barbarische Tat

Nizza, Würzburg, Ansbach und jetzt Rouen. Wird der islamistisch motivierte Terror zur fast täglichen Normalität in Europa? Doch der Schrecken, den der IS verbreitet, darf nicht unseren Alltag bestimmen.

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          Die Liste der von islamistisch inspirierten Mördern heimgesuchten Orte wird immer länger. Mittlerweile kommt fast im Tagesrhythmus ein neuer Eintrag auf dieser französisch-deutschen Liste hinzu. Am Dienstag überfielen zwei Männer eine katholische Kirche in der Normandie, in der gerade die heilige Messe gefeiert wurde; dem 84 Jahre alten Priester schnitten sie die Kehle durch.

          Was für ein barbarischer Akt! Immerhin waren die Sicherheitskräfte, noch vor zwei Wochen in Nizza heftig gescholten, schnell zur Stelle und konnten die Männer ausschalten, mit deren Tat sich sogleich der sogenannte „Islamische Staat“ brüstete.

          Es ist offenkundig, dass die Terrororganisation, die in Syrien und im Irak in der Defensive ist, den Verlust von Territorium dort mit verstärkten Terroraktionen in Europa zu kompensieren sucht; und, dass sie dabei selbst vor Mord im Gotteshaus nicht Halt macht. Das wird die ohnehin aufgewühlte Stimmungslage in Frankreich weiter anheizen. Und das ist Kalkül.

          Die dunkle Vorhersage scheint sich zu bestätigen, dass der Terrorismus zur neuen Normalität unseres Lebens wird. Müssen wir das wirklich hinnehmen, so wie wir ein Gewitter hinnehmen müssen, das mal schwerer und mal weniger schwer ist? Der „Islamische Staat“ propagiert den violenten Extremismus, direkt oder virtuell, in der muslimischen Bevölkerung; seine Terroranschläge sollen verunsichern, Misstrauen säen und Staat und nichtmuslimische Gesellschaft provozieren – zum Gegenschlag gegen Muslime.

          Staat und Gesellschaft dürfen sich nicht provozieren lassen, dürfen trotz wachsender Unsicherheit nicht die Nerven verlieren. Das ist, zugegeben, leicht gesagt. Die Behörden müssen besonnen reagieren – und dürfen doch keine Sekunde in ihrer Wachsamkeit nachlassen.

          Wenn es stimmt, dass der Name eines der Täter auf einer potentiellen Gefährderliste stand, er den zuständigen Behörden bekannt war, dann wird sich die Frage wieder stellen, was derlei eigentlich soll und bewirkt. Der Terror darf jedenfalls nicht Teil unseres Alltags werden. Wer unsere Freiheit bewahren will, muss dem Extremismus und denen, die ihn propagieren, entschlossen entgegentreten.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

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