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Teherans Atomprogramm : Bush: Militärschlag gegen Iran möglich

  • Aktualisiert am

Plant George Bush Militärschläge gegen Iran? Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Er schließe „keine Option aus“, sagte der amerikanische Präsident, wenn Teheran nicht ausreichend über sein Atomprogramm Auskunft gebe. Die Reaktion aus Iran: „Wir sind so stark, kein Land kann uns angreifen“.

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          Der amerikanische Präsident George W. Bush schließt einen Militärschlag gegen Iran nicht aus, falls Teheran nicht umfassend über sein Atomprogramm Auskunft gebe.

          Bush sagte in einem am Montag abend veröffentlichten Interview des amerikanischen Senders NBC, er hofft auf eine diplomatische Lösung des Atomstreits mit Iran, schließe jedoch auch niemals eine andere Option aus.

          Der Interviewer hatte den Präsidenten gefragt, ob er sich gegen eine militärische Aktion gegen Iran ausspreche, wenn Teheran die internationale Gemeinschaft weiterhin über die Existenz eines Atomwaffenprogramms im Unklaren lasse. „Ich werde niemals irgendeine Option vom Tisch nehmen“, antwortetet Bush.

          In Anspielung auf die Bewertung des irakischen Gefahrenpotenzials vor dem Irakkrieg und dem Sturz Saddam Husseins, sagte Bush, in letzter Konsequenz würde er zum Schutz seiner Landsleute abermals militärische Macht einsetzen. Er hoffe, daß dies aber nicht nötig sein werde.

          Laues Dementi aus dem Weißen Haus

          In einer ersten Reaktion auf einen Bericht des Magazins „The New Yorker“ über angebliche amerikanische Vorbereitungen für einen Krieg gegen Iran hatte Bushs Berater Dan Bartlett dem Autor Seymour Hersh zwar „zahlreiche Ungenauigkeiten“ vorgeworfen, aber sich nur wenig Mühe gegeben für ein echtes Dementi.

          Zwar betrachte Washington das nach Angaben Teherans ausschließlich zivile Nuklearprogramm des Landes nach wie vor mit Sorge, doch setze man gemeinsam mit den europäischen Partnern auf diplomatische Mittel, sagte Bartlett. Dennoch habe „kein Präsident in der Geschichte jemals militärische Mittel ausgeschlossen“, sagte der Berater im Weißen Haus dem Nachrichtensender CNN.

          An gleicher Stelle hatte Hersh seine in dem Artikel erhobenen Vorwürfe bekräftigt, amerikanische Spezialeinheiten hätten in Iran bereits etwa drei Dutzend Ziele für mögliche Bomben- und Raketenangriffe ausgekundschaftet - von chemischen und atomaren Anlagen bis zu Raketenabschußrampen. Dabei seien sie seit Sommer 2004 von der pakistanischen Führung tatkräftig unterstützt worden, um von dem südöstlichen Nachbarland über die Grenze nach Iran einsickern zu können.

          „Aggressives und ehrgeiziges Programm gegen Iran“

          Präsident Bush und zumal die neokonservativen Ideologen im Pentagon um den stellvertretenden Verteidigungsminister Paul Wolfowitz verfolgten ein „aggressives und ehrgeiziges Programm gegen Iran und gegen Ziele im Krieg gegen den Terrorismus“, sagte Hersh.

          Der Reporter will seine Informationen aus den Geheimdiensten selbst sowie von Beratern der Dienste bezogen haben. Einen seiner Gewährsleute zitiert Hersh mit den Worten: „Als nächstes werden wir einen Iran-Krieg haben.“ Als Motiv für ihre Mitteilungsbereitschaft nimmt der Reporter an, die Zu- und Mitarbeiter wollten durch das Streuen der geheimen Informationen verhindern, daß die Kriegspläne verwirklicht würden.

          Hersh, der 2004 mit als erster den Skandal um Gefangenenmißhandlung im irakischen Militärgefängnis Abu Ghraib aufgedeckt hatte, berichtete, seit Sommer 2004 stießen amerikanische Teams über die pakistanische Grenze nach Iran vor. Absicht sei es, Ziele für ein mögliches Bombardement zu suchen, um „so viel militärische Infrastruktur wie möglich zu zerstören“.

          „Gespickt mit fundamentalen Fehlern“

          Pentagon-Sprecher Larry DiRita sagte am Montag, der „New Yorker"-Bericht von Starreporter Seymour Hersh sei „so gespickt mit fundamentalen Fehlern“, daß die Glaubwürdigkeit des gesamten Artikels zerstört sei. Hershs Informanten hätten ihn „gefüttert mit Gerüchten, Andeutungen und Behauptungen über Treffen, die nie stattfanden, Programme, die nicht existieren, und offizielle Erklärungen, die nie gemacht wurden“.

          Ein klares Dementi zu der Aussage, Bush habe die Ausspionierung verdächtiger Ziele in mehreren Staaten angeordnet haben, gab er jedoch auch nicht. Vielmehr warf er Hersh vor, die weltweite Gefährdung durch Teherans „nukleare Ambitionen und offenkundige Unterstützung terroristischer Organisationen“ nur unzureichend zu würdigen.

          Iran: Kein Land kann uns angreifen

          Der Iran ist nach den Worten seines Verteidigungsministers militärisch stark genug, um einen Angriff auf das Land zu verhindern. Minister Ali Schamchani reagierte am Dienstag. Teheran fürchte keinen Angriff, sagte Schamchani der halbamtlichen Nachrichtenagentur Mehr zufolge. „Wir sind so stark, daß uns kein Land angreifen kann, weil sie keine genauen Informationen über unsere militärischen Möglichkeiten haben.“

          Dem Iran sei es gelungen, sehr rasch eine größtmögliche Abschreckung gegen Angriffe zu entwickeln, sagte Schamchani, ohne Einzelheiten zu nennen. Deshalb glaube er nicht, daß es die Vereinigten Staaten wagen würden, sein Land anzugreifen.

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