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Tarifpolitik : IG Metall fordert 6,5 Prozent mehr Lohn

  • Aktualisiert am

6,5 Prozent: Daran können sich die Arbeitgeber reiben Bild: AP

Ein harter Tarifkampf bahnt sich zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern an.

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          Die Gewerkschaften erteilen den Appellen nach einer zurückhaltenden Tarifrunde eine Absage. Die IG Metall forderte am Donnerstag in drei wichtigen Bezirken 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Dieses Vorgabe wird auch bundesweit für die 3,6 Millionen Beschäftigten der Branche erwartet.

          Auch die IG Bau legte ungeachtet der Krise im Baugewerbe eine Forderung von 4,5 Prozent mehr in Ost und West vor. Zudem fordert die Gewerkschaft für die 950.000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe einen einheitlichen Mindestlohn in Ost und West.

          „Schlag ins Gesicht“

          In beiden Branchen wiesen die Arbeitgeber den Anspruch mit Hinweis auf die schwache Konjunktur entschieden zurück und nannten ihn einen „Schlag ins Gesicht“.

          Die IG Metall-Bezirke Baden-Württemberg, Niedersachsen und Bayern mit zusammen gut 1,6 Millionen Beschäftigten geben mit der Forderung von 6,5 Prozent den Ton für die Mitte Februar beginnende Tarifrunde in der Branche an.

          Schmoldt distanziert sich von IG Metall-Forderung

          Der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, bezeichnete die IG Metall-Forderung als „ein Signal, das in die richtige Richtung weist“. Die Umverteilung zu Gunsten der Arbeitnehmer sei nötig, um die Massenkaufkraft zu stärken.

          Der Vorsitzende der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Hubertus Schmoldt, ging zur Tarifpolitik der IG Metall auf Distanz. „Es gibt kein tarifpolitisches Dickschiff, hinter dem alle herdampfen. Es gibt auch nicht nur einen Kurs, der zum Zielhafen führt“, sagte er.

          „Öl ins Feuer der Rezession“

          Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sagte, die Abschlüsse müssten sich am vorausgesagten Produktivitätswachstum von 1,8 Prozent orientieren. Eine Lohnforderung der IG Metall von bis zu sieben Prozent werde Stellen vernichten und sei „Öl ins Feuer der Rezession.“

          Der „Wirtschaftsweise“ Bernd Rürup sieht die Obergrenze für einen Tarifabschluss bei drei Prozent.

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