https://www.faz.net/-gpf-9pibz

Krieg in Afghanistan : Taliban lehnen Gespräche mit Regierung ab

  • Aktualisiert am

Vertreter der Taliban im Mai bei Gesprächen in Moskau Bild: AP

Friedensverhandlungen mit der afghanischen Regierung werde es erst nach einer Ankündigung des Abzugs ausländischer Truppen geben, heißt es von den Taliban. Diese versuchen derweil mit militärischen Aktionen ihre Position zu stärken.

          Die radikalislamischen Taliban in Afghanistan haben einen unmittelbar bevorstehenden Beginn von Friedensgesprächen mit der Regierung dementiert. Solche innerafghanischen Gespräche werde es erst nach einer Ankündigung über den Rückzug internationaler Streitkräfte aus dem Land geben, erklärte Sohail Schahin, der Sprecher des politischen Büros der Taliban, am Sonntag auf Twitter. Der Staatsminister für Friedensangelegenheiten, Abdul Salam Rahimi, hatte am Samstag per Video erklärt, direkte Gespräche zwischen beiden Seiten sollten bereits in den kommenden beiden Wochen beginnen.

          Während der vergangenen Monate hatten die Taliban direkte Gespräche mit der Regierung in Kabul stets abgelehnt, die sie als Marionette des Westens betrachten. Bereits bisher hatten sie gefordert, vor innerafghanischen Friedensgesprächen müsse die Frage des Abzugs der internationalen Truppen gelöst werden. Und auch dann wolle man nicht mit der Regierung als Regierung sprechen, sondern die andere Seite als Afghanen betrachten. Ungeachtet der Friedensbemühungen setzen die Taliban ihre Angriffe auf Regierungseinrichtungen sowie afghanische Sicherheitskräfte vor. Sie glauben, militärische Gewinne könnten ihre Verhandlungsposition stärken.

          Rahimi hatte am Samstag in einer Videoaufnahme gesagt, die erste Gesprächsrunde solle in einer europäischen Hauptstadt stattfinden. In Regierungskreisen war in der vergangenen Woche mehrmals von Oslo als Verhandlungsort die Rede. Rahimi sagte weiter, aktuell werde an einem 15 Menschen umfassenden Verhandlungsteam gearbeitet. In Kabul hieß es, man hoffe, innerhalb der nächsten zwei bis drei Tage ein Team aus „allen relevanten Gruppen“ des Landes zusammengestellt zu haben.

          In den vergangenen Wochen wurden die Bemühungen verstärkt, den langjährigen Konflikt in Afghanistan politisch zu beenden und innerafghanische Friedensverhandlungen zu starten. Die Vereinigten Staaten verhandeln bereits seit Juli des Vorjahres direkt mit ranghohen Vertretern der Taliban. Dabei geht es vor allem um Truppenabzüge und Garantien, dass Afghanistan nicht zu einem sicheren Rückzugsort für Terroristen wird. Zuletzt hatte der amerikanische Chefunterhändler, Zalmay Khalilzad, Anfang Juli nach der siebten Gesprächsrunde von bedeutenden Fortschritten gesprochen.

          Weitere Themen

          „Wir sind nicht zu stoppen“ Video-Seite öffnen

          Greta Thunberg : „Wir sind nicht zu stoppen“

          Die 16-jährige Schwedin war am Samstag ins UN-Hauptquartier gekommen, um beim ersten Jugendgipfel der Vereinten Nationen mit dabei zu sein.

          Topmeldungen

          Ein Sicherheitsmann vor der Öl-Raffinerie im Abqaiq

          Angriff auf Ölanlagen : Saudische Verwundbarkeit

          Riad investiert Milliarden in Waffen. Wieso konnte das Königreich die Attacke auf das Herz seiner Ölindustrie nicht verhindern?
          Massentourismus vom Wasser kommend: Zwei Kreuzfahrtschiffen liegen im Geirangerfjord.

          Umstrittene Kreuzfahrtschiffe : Norwegen macht die Fjorde langsam dicht

          Es ist ein Geldsegen und ein Öko-Fluch: Seit kurzem gelten in fünf norwegischen Fjorden für Kreuzfahrtschiffe strenge Umweltauflagen, die die Luftverschmutzung begrenzen sollen. Glücklich sind die Menschen in der Urlauberhochburg Geiranger damit nicht.
          Kanzlerin Angela Merkel stellt mit ihrem Klimakabinett die Ergebnisse eines Kompromisses zum Klimapaket vor.

          Klimakabinett : Das deutsche Klima-Experiment

          Deutschland allein kann das Klima nicht retten. Aber andere Länder schauen genau darauf, wie Kanzlerin Merkel versucht, die Emissionen zu senken. Kann Deutschland Vorbild sein oder muss es über den Ärmelkanal schauen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.