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Kundgebung zum Tag der Arbeit : „Mehr Lohn statt Waffen“

Für soziale Gerechtigkeit: Teilnehmer der Kundgebung in Frankfurt. Bild: dpa

Respekt, Toleranz, Solidarität und Demokratie für Alle: In Frankfurt beteiligten sich rund 1700 Menschen aus anlass des Tags der Arbeit an einem Demonstrationszug von der Hauptwache zum Römerberg.

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          Das Sondervermögen für die Bundeswehr ist für die meisten Redner der Kundgebungen zum 1. Mai ein Zeichen dafür, dass der Staat Mittel zur Verfügung stellen kann – wenn er will. Bei den Demonstrationen an der Hauptwache und auf dem Römerberg fehlt am Sonntag die Forderung nach einem Sondervermögen für Bildung, Beschäftigte und Benachteiligte in kaum einem Beitrag.

          Patricia Andreae
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dafür gibt es viel Applaus von den nach Polizeiangaben 3000 und nach Darstellung der Veranstalter bis zu 6000 Teilnehmern der Veranstaltung, zu der der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) mit der Initiative „Omas gegen Rechts“ aufgerufen hatte. Unter dem Motto „Dank und Anerkennung für die Beschäftigten der systemrelevanten Berufe! Re­spekt, Toleranz, Solidarität und Demokratie für Alle!“ haben sich aber auch zahlreiche internationale Gruppierungen angeschlossen, die Meinungsfreiheit und die Freilassung inhaftierter Journalisten, Politiker und Gewerkschaftler in der Türkei, in Iran und Sri Lanka fordern.

          Buhrufe für Feldmann

          Insbesondere für die Beschäftigten in der Pflege und Erziehung verlangen die Redner der Gewerkschaften mehr Anerkennung durch „leistungsgerechte Bezahlung“. Den Vorschlag für kostenlose Massagen in der Mittagspause weist die stellvertretende DGB-Bundesvorsitzende Elke Hannack vor dem Römer als Hohn zurück: „Die meisten kommen überhaupt nicht dazu, eine Pause zu machen“, sagt sie und fordert die öffentlichen Arbeitgeber auf: „Legt endlich ein ordentliches Angebot vor.“ Dass es selbst als qualifizierte Fachkraft in einer Kita kaum möglich sei, als Alleinerziehende für ihre zwei Kinder zu sorgen, hatte zuvor eine Erzieherin geschildert.

          Das ist dann möglicherweise der Grund dafür, dass Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) bei seinem Auftritt mit Buhrufen und Pfiffen begrüßt wird. Der Applaus bleibt auch dann mäßig, als er sich für freie Krabbelstubenplätze und eine Mietpreisbremse auch für Wohnungen in privater Hand ausspricht: „Sie zocken uns alle ab.“ Erst als das Stadtoberhaupt vor zunehmender Radikalisierung warnt und die „Omas gegen Rechts“ für ihr Engagement lobt, erhält er mehr Beifall.

          Der Wunsch nach Frieden in der Ukraine und der Welt wird in fast allen Beiträgen geäußert, und Friedenstauben sind an den meisten der Infostände zu sehen. In der Frage, wie Frieden zu erlangen sei, setzt man dort auf den alten Slogan „Frieden schaffen ohne Waffen“.

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