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Syrische Autobombe : Resonanzboden Libanon

Bild: dapd

Die syrische Tragödie greift auf den Libanon über. Jetzt nehmen die Verbündeten des bedrängten Assad die Hauptstadt Beirut ins Visier.

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          Die Absicht hinter der Ermordung des prominenten libanesischen Geheimdienstlers Wissam Hassan liegt auf der Hand: Es sollte einer ausgeschaltet werden, der Syriens Versuche vereitelt hat, den Libanon zu destabilisieren, um vom Krieg im eigenen Land abzulenken. Der untadelige Hassan war außerdem an der Aufklärung des Attentats gegen den früheren Ministerpräsidenten Hariri beteiligt, und zuletzt trug er Beweise zusammen, dass der frühere libanesische Informationsminister Samaha, ein Parteigänger Assads, persönlich aus Syrien Sprengstoff für Anschläge eingeführt hat. Samaha sollte dafür sorgen, dass sich die konfessionellen Spannungen in Gewalt entladen und dass das Feuer für einen Bürgerkrieg auch beim libanesischen Nachbarn entfacht wird.

          Nun greift die syrische Tragödie mit der Autobombe, die im Beiruter Christenviertel Aschrafieh acht Menschen getötet hat, auf den Libanon über. Schon in den vergangenen Monaten hatte es wiederholt kleinere Stellvertreterkriege in der nordlibanesischen Stadt Tripoli gegeben. Jetzt aber nehmen die Verbündeten des bedrängten Assad die Hauptstadt Beirut ins Visier. Unerwartet geschieht das nicht. Rami Machluf, der mächtige Cousin Assads, hatte bereits im Mai 2011, als das Regime Syrien noch weitgehend unter Kontrolle hatte, damit gedroht, dass es in den Nachbarstaaten „keine Stabilität“ mehr geben werde, sollte Syrien nicht mehr stabil sein. Das Drehbuch ist geschrieben, nun wird es Wirklichkeit. Am leichtesten ist die Drohung im Libanon wahrzumachen, dessen fragiles Gleichgewicht sich schnell zerstören lässt und der für die Krisen des Nahen Ostens stets der Resonanzboden war.

          Auf das Attentat haben die Libanesen zwar mit einem „Tag des Zorns“ reagiert. Ändern wird das aber nichts daran, dass der syrische Bürgerkrieg immer bedrohlicher auf die Nachbarstaaten übergreift. Die Türkei hat ihre Armee in Alarmbereitschaft versetzt, Israel übte am Sonntag den Verteidigungsfall. Vergeblich warb der UN-Syrienbeauftragte Brahimi in Damaskus für eine vorübergehende Waffenruhe. Zwar hat den Nahen Osten noch nicht ein Flächenbrand erfasst - es wäre dennoch fatal, wenn russischer Starrsinn dafür verantwortlich ist, dass die Staatengemeinschaft weiterhin untätig bleibt.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

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