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Syrien-Kommentar : Gute Wochen für Assad

Syriens Machthaber Bashar al Assad im Juni in Damaskus. Bild: Reuters

Im Syrien-Konflikt sind Machthaber Assad und Russland die Gewinner der letzten zwei Wochen. Der Verlierer ist die Türkei. Doch das kann sich schnell ändern, wie die vergangenen Jahre gezeigt haben.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump will seine Truppen aus Syrien nicht mehr schnell abziehen, sondern „smart“. Offenbar hat die Einsicht gesiegt, dass die Arbeit der Anti-IS-Koalition noch nicht getan ist und dass von einem Vakuum, das Washington hinterlassen würde, auch Iran und dessen Milizen profitieren würden. Doch der Schaden ist bereits angerichtet. Denn Trumps Ankündigung vom 19. Dezember hat Syriens Machthaber Assad und dessen russischem Patron gehörigen Aufwind verschafft.

          Zum ersten Mal seit dem Beginn des Bürgerkriegs stehen Einheiten der syrischen Armee wieder in der Stadt Manbidsch; gerufen haben sie die Kurden aus Furcht vor einer türkischen Offensive. Sollte es zutreffen, dass russische Offiziere sie begleiten, würde Moskau in den Teil Syriens vordringen, der bisher Washingtons Einflusszone war. Ohnehin läuft es seit zwei Wochen gut für Assad: Die Vereinigten Arabischen Emirate, die die Rebellion gegen ihn unterstützt hatten, haben ihre Botschaft in Damaskus wiedereröffnet; in Kairo trafen sich Geheimdienstchefs Ägyptens und Syriens; mit dem sudanesischen Machthaber Baschir besuchte erstmals seit 2011 wieder ein arabisches Staatsoberhaupt Damaskus. Sie alle eint der Wille, im Nahen Osten autoritäre Regime gegen Veränderungen abzuschirmen.

          Der Zustand, der kommt, wird kein Frieden sein

          Eine gute Nachricht ist zu Jahresbeginn, dass der Krieg in Syrien 2018 „nur“ noch 20000 Todesopfer gefordert hat, so wenig wie nie seit 2011. Der Krieg zwischen dem Regime und den Rebellen ist militärisch entschieden, auch wenn die Ursachen für die Erhebung fortbestehen. Der Zustand, der kommt, wird also kein Frieden sein. Das gilt umso mehr, da äußere Akteure für immer neue Fronten mit immer neuen Kriegsgründen sorgen. So führen im Süden Iran und Israel einen Krieg, im Norden die Türkei und die Kurden.

          Waren Assad und Russland die Gewinner der vergangenen zwei Wochen, ist die Türkei der Verlierer. Ihr Ziel, den Norden Syriens zu kontrollieren, ist wieder in die Ferne gerückt, und Russland zeigt sich gegenüber türkischen Avancen einer Zusammenarbeit im kurdischen Nordsyrien derzeit taub. Eine Lehre der vergangenen Jahre ist, dass sich das schnell ändern kann. Denn der Krieg in Syrien bringt immer wieder neue Allianzen hervor. Er wird auch deswegen nicht so schnell enden.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

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