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Besuch in China : Roter Teppich für Shinzo Abe

China rollt in Peking den roten Teppich aus für Shinzo Abe (links daneben Chinas Ministerpräsident Li Keqing). Bild: AP

Japans Ministerpräsident besucht China. Die beiden Länder nähern sich an. Das gilt vor allem für die Wirtschaftsbeziehungen. Politisch ist das Misstrauen nach wie vor groß.

          Erst fünf Jahre ist es her, dass der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe in Peking als „nicht willkommene Person“ bezeichnet wurde. Insofern ist schon sein Besuch allein ein Zeichen, dass sich im chinesisch-japanischen Verhältnis etwas Grundsätzliches verändert hat. Zum Auftakt seines dreitägigen Besuchs sprach Abe am Donnerstagabend davon, die Beziehungen „auf eine neue Ebene“ zu heben. Der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang lud Japan ein, sich an der chinesischen Initiative der Neuen Seidenstraße zu beteiligen. An diesem Freitag trifft der Japaner zu Gesprächen mit Chinas Staatspräsident Xi Jinping zusammen.

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          Es ist der erste bilaterale Gipfel der zweit- und drittgrößten Volkswirtschaft der Welt seit sieben Jahren. Dutzende Absichtserklärungen für wirtschaftliche Kooperationen sollen unterzeichnet werden, etwa im Automobil-, Energie-, Gesundheits- und Infrastruktursektor. Shinzo Abe ist mit einer Delegation von 500 Geschäftsleuten und Regierungsvertretern angereist.

          Politisch wird das Treffen vor allem als vertrauensbildende Maßnahme betrachtet. Ein wichtiges Signal dazu hatten beide Länder bereits im Juni gesetzt, als sie eine militärische Hotline einrichteten, um ungewollte Zusammenstöße zu vermeiden. Vor sechs Jahren war es in Peking zu gewaltsamen Demonstrationen vor der japanischen Botschaft gekommen, die von offizieller Stelle gebilligt, wenn nicht gefördert wurden. Hintergrund war der Territorialstreit um die Senkaku-/Diaoyu-Inseln, der weiter ungelöst ist.

          Auch die unaufgearbeitete Kriegsvergangenheit lastet weiter auf den Beziehungen. Der Kampf gegen die japanischen Besatzer gehört zum Gründungsmythos der Kommunistischen Partei Chinas. Noch immer laufen im chinesischen Staatsfernsehen jeden Abend Historiendramen über die Krieg. In Japan wiederum ist man besorgt über Chinas expansive Außenpolitik und militärische Machtdemonstrationen in der Region.

          In China haben die wachsenden Spannungen mit Amerika zu einer Neubewertung der Beziehungen zu Japan beigetragen. Angesichts des Handelskonflikts sucht Peking nach neuen Absatzmärkten und bemüht sich, andere Konfliktherde möglichst klein zu halten.

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