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Südsudan : Kriegsparteien einigen sich auf Übergangsregierung

  • -Aktualisiert am

Sucht die militärische Entscheidung: Salva Kiir Bild: dpa

Die Kriegsherren Salva Kiir und Riek Machar unterzeichnen eine Friedensvereinbarung für Südsudan. Äthiopien, das die Vermittlungen führt, glaubt aber selbst nicht an die Umsetzung. Und droht mit Sanktionen.

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          Die Konfliktparteien in Südsudan haben sich auf die Bildung einer Übergangsregierung binnen 60 Tage geeinigt. Das bestätigte der äthiopische Ministerpräsident Hailemariam Desalegn am Dienstagabend nach einem Treffen zwischen dem südsudanesischen Präsidenten Salva Kiir und dem Rebellenführer Riek Machar in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba.

          Allerdings haben die Konfliktparteien seit Ausbruch der Feindseligkeiten Mitte Dezember zwei Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet, die nie eingehalten wurden. Das ist einer der Gründe, warum die äthiopische Regierung, die im Namen des ostafrikanischen Regionalverbundes „Inter-Governmental Authority on Development“ (Igad) die Friedensgespräche führt, selbst nicht an die Schaffung einer Übergangsregierung zu glauben scheint.

          „Auf beiden Seiten herrscht die Überzeugung, diesen Konflikt militärisch entscheiden zu können. Das ist wirklich dumm“, sagte der äthiopische Ministerpräsident Hailemariam und drohte mit nicht näher erläuterten Sanktionen im Falle eines neuerlichen Vertragsbruchs.

          Der Konflikt im jüngsten Staat der Welt war im Januar ausgebrochen, als der zuvor entlassene stellvertretende Präsident Machar mit einem Militärputsch gescheitert war. Seither hat sich der Konflikt zu einem ethnisch motivierten Krieg zwischen den Volksgruppen der Nuer und der Dinka entwickelt.

          Machar ist ein Nuer, sein Gegenspieler Kiir ein Dinka. Über die Opferzahlen liegen nur vage Informationen vor. Mehr oder weniger gesichert ist hingegen, dass der neue Konflikt mehr als eine Million Menschen zu Flüchtlingen im eigenen Land gemacht hat.

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