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Südsudan : Ausbleibender Sold - viele Tote

  • Aktualisiert am

Verbrannte Erde: Nach Kämpfen in Unity State Bild: AFP

Nachdem Soldaten der Präsidentengarde kein Sold ausgezahlt worden war, haben diese ein Gefecht in ihrer Kaserne angezettelt, bei dem mehrere Dutzend Menschen getötet wurden.

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          Bei einem Feuergefecht in der größten Kaserne der südsudanesischen Hauptstadt Juba sind am Mittwoch offenbar mehrere Dutzend Menschen getötet worden. Zuvor war ein Streit zwischen Offizieren und Soldaten der Präsidentengarde ausgebrochen, denen kein Sold ausgezahlt worden war.

          Offenbar hatte ein General der Präsidentengarde die Schießerei anzetteln lassen, um der Soldforderung Nachdruck zu verleihen, wie die Nachrichtenagentur Tamazuj berichtet. Ein Sprecher der Regierungstruppe SPLA gab die Zahl der Toten mit zunächst fünf an. Es habe sich um ein Missverständnis gehandelt.

          In den Friedensverhandlungen für Südsudan gibt es unterdessen weiterhin keine Fortschritte. Die Gespräche in Addis Abeba seien auf den 20. März vertagt worden, sagte Seyoum Mesfin, der Chefvermittler der ostafrikanischen Regionalorganisation Igad: „Bisher gab es eigentlich nur Gespräche über die anstehenden Gespräche.“

          In der Hauptstadt Addis Abbeba rief Mesfin Seyoum die Konfliktparteien auf, jede Art von Gewalt im Südsudan zu beenden. Trotz der Einigung auf eine Waffenruhe im Januar kommt es vor allem in den ölreichen Regionen des Landes weiter zu schweren Kämpfen. Aber auch in der Hauptstadt Juba seien am Mittwochmorgen Schusswechsel zu hören gewesen, sagte Mesfin. „Ohne den politischen Willen, das Blutvergießen zu beenden, kann es keinen Frieden geben“, sagte er.

          Die Regionalorganisation will nach den Worten von Mesfin eine „Stabilisierungsmission“ in die Region entsenden, die vor allem die Ölfelder schützen solle. Jedoch müssten die Vereinten Nationen und die Afrikanische Union dieser noch zustimmen. Länder wie Äthiopien, Dschibuti, Kenia, Ruanda und Burundi hätten Bereitschaft gezeigt, sich zu beteiligen.

          Südsudan versinkt seit Mitte Dezember in schwerer, auch ethnisch motivierter Gewalt. Auslöser war ein Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem früheren Stellvertreter Riek Machar.

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