https://www.faz.net/-gpf-a4vfy

Bis 2050 : Südkorea folgt China und Japan zur Klimaneutralität

Südkoreanische Studenten halten Banner während einer kleinen Kundgebung am Tag des globalen Klimastreiks 2019. Bild: dpa

Die drei größten Volkswirtschaften in Ostasien haben sich jetzt verpflichtet, den Nettoausstoß an Kohlendioxid auf Null zu reduzieren. Am Mittwoch kündigte Südkoreas Präsident Moon Jae-in an, dass sein Land klimaneutral werden wolle.

          1 Min.

          Südkorea folgt dem Beispiel von China und Japan und verpflichtet sich dem Ziel der Klimaneutralität. Präsident Moon Jae-in versprach, dass Südkorea bis 2050 den Nettoausstoß an Kohlendioxid auf Null bringen wolle. „Wir werden aktiv zusammen mit der internationalen Gemeinschaft auf den Klimawandel reagieren und uns in Richtung des Ziels bewegen, bis 2050 Carbon-neutral zu werden“, sagte Moon in seiner Budgetrede vor der Nationalversammlung in Seoul. Südkorea werde die Kohlekraft durch erneuerbare Energien ersetzen und einen neuen Markt, Industrie und Arbeitsplätze schaffen.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Erst am Montag hatte in Tokio Ministerpräsident Yoshihide Suga Japan zur Klimaneutralität bis 2050 verpflichtet. China hatte schon zuvor angekündigt, das Ziel bis 2060 zu erreichen.

          Umweltschützer lobten Moon für die Ankündigung. Sie betonten aber die Herausforderung, weil die Industrie in Südkorea ihre Energie weitgehend aus fossilen Brennstoffe gewinne. Führende koreanische Unternehmen der Informationstechnik und der Autoindustrie hätten sich in ihren Geschäftsplänen dem Ziel der Klimaneutralität noch nicht verpflichtet, kritisierte Greenpeace.

          Südkorea ist die zwölftgrößte Volkswirtschaft der Welt, rangiert im Ausstoß von Kohlendioxid aber auf Platz acht. Gemessen an der Bevölkerung betrug der Ausstoß an allen Klimagasen nach den jüngsten verfügbaren Angaben der OECD von 2016 etwa 13,6 Tonnen je Kopf. Damit steht Südkoreas schlechter da als der Nachbar Japan mit 10,2 Tonnen oder Deutschland mit 11,1 Tonnen je Einwohner.

          Auf dem Weg zur Klimaneutralität hat Südkorea einen langen Weg vor sich. Im vergangenen Jahr wurden nur 5,5 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien wie Sonne, Wasser und Wind gewonnen. In Japan sind es nach Angaben der Internationalen Energieagentur 19 Prozent, in Deutschland 39 Prozent. 25 Prozent des Stroms in Südkorea kommt aus klimafreundlichen Kernkraftwerken. 69 Prozent werden aus Kohle, Gas oder Öl gewonnen. In Deutschland sind es 46 Prozent.

          Präsident Moon unterstrich abermals, dass seine Regierung 8 Billionen Won (6 Milliarden Euro) in den sogenannten „grünen New Deal“ investieren wolle. Das Programm ist Teil eines groß angelegten Investition- und Konjunkturprogramms, mit dem Moon die Wirtschaft nach dem Covid-Schock anschieben und sogleich in Richtung Digitalisierung und Umweltschutz umbauen will.

          Im dritten Quartal des Jahres, also von Juli bis September, hatte das Land mit Schwung die Corona-Rezession im ersten Halbjahr hinter sich gelassen. Vor allem dank eines stark anziehenden Exports wuchs das Bruttoinlandsprodukt inflationsbereinigt um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

          Weitere Themen

          „Klimakanzler:in gesucht“ Video-Seite öffnen

          Greenpeace-Aktion in Berlin : „Klimakanzler:in gesucht“

          Mit einer Aktion am Berliner Hauptbahnhof sucht die Umweltorganisation Greenpeace ihre „Klimakanzler:in“. Nach eigenen Angabe schaltet Greenpeace mit dem XXL-Plakat „Deutschlands größte Stellenanzeige“.

          Topmeldungen

          Der Kreml streitet jede Verbindung zur „Wagner-Gruppe“ ab.

          „Gruppe Wagner“ : Das Söldner-Unternehmen, das es nicht gibt

          Wer steckt hinter den russischen Kämpfern, von denen nun im Zusammenhang mit dem Mali-Einsatz auch der Bundeswehr die Rede ist? Alles deutet auf einen Geschäftsmann, den sie „Putins Koch“ nennen.

          Deutschland wählt : Was die Wahl am Ende entscheidet

          Für keinen der drei Kanzlerkandidaten können sich die Deutschen erwärmen. Inhalte spielen kaum eine Rolle. Am Ende wird es wohl heißen: Wer macht weniger Fehler. Der Wahlkampf in Grafiken.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.