https://www.faz.net/-gpf-rg19

Südamerika : Morales nennt Bush einen „Terroristen“

  • Aktualisiert am

Boliviens designierter Präsident Morales: „Alptraum für die Amerikaner” Bild: AP

Der künftige Präsident Boliviens, Evo Morales, hat den amerikanischen Präsidenten George W. Bush als Terroristen bezeichnet. Dem arabischen Fernsehsender Al Dschazira sagte Morales, Militärinterventionen „wie die im Irak“ seien „Staatsterrorismus“.

          1 Min.

          Der künftige Präsident Boliviens, Evo Morales, hat den amerikanischen Präsidenten George W. Bush als Terroristen bezeichnet. Dem arabischen Fernsehsender Al Dschazira sagte Morales am Dienstag: „Der einzige Terrorist der Welt, den ich kenne, ist Bush. Seine Militärinterventionen wie die im Irak, das ist Staatsterrorismus.“

          Es gebe einen Unterschied, ob Menschen für eine Sache kämpften oder als Terroristen agierten, sagte Morales. „Heute in Bolivien und Lateinamerika erheben die Menschen nicht mehr ihre Waffen gegen den Imperialismus, aber der Imperialismus erhebt seine Waffen gegen die Menschen, und zwar mit Militärinterventionen und Militärstützpunkten.“

          Morales hatte bereits am Wahlabend ankündigt, daß seine Regierung eng mit anderen „Anti-Imperialisten“ zusammenarbeiten werde und bekräftigte seine Bewunderung für den kubanischen Staats- und Parteichef Fidel Castro und Venezuelas linksnationalistischen Präsidenten Hugo Chávez. Beide sind in Washington nicht gut gelitten.

          „Alptraum für die Amerikaner“

          Schon im Wahlkampf hatte sich Morales als Alptraum für die Vereinigte Staaten bezeichnet. Unmittelbar nach seinem Sieg bei der Präsidentenwahl in Bolivien kündigte der Sozialist erste Schritte zur Verstaatlichung der Erdöl- und Gasvorkommen des Landes an. Bolivien verfügt über Südamerikas zweitgrößte Gasvorkommen, 90 Prozent davon gehen in den Export.

          Mit Morales steht erstmals in der Geschichte des Landes ein Indio vor der Übernahme der Präsidentschaft Boliviens. Das offizielle Endergebnis der Wahl wird erst in einigen Tagen feststehen.

          Rice: „Offen für Zusammenarbeit“

          Washington hatte in einer erste Reaktion die Wahlen in Bolivien begrüßt und Morales zum Sieg gratuliert. Die friedlich Wahlen seien ein Zeichen der demokratischen Gesinnung des bolivianischen Volkes, erklärte der Sprecher des amerikanischen Außenministeriums. Obwohl noch keine Endergebnisse vorlägen, beglückwünsche Washington Morales zu seinem „offensichtlichen Sieg“.

          Außenministerin Condoleezza Rice sagte, die Beziehungen zwischen beiden Ländern hingen vom „Verhalten“ der neuen Regierung unter Morales ab. Wenn die neue Regierung „demokratisch“ regiere und „für Zusammenarbeit offen“ sei, würden die Vereinigte Staaten Bolivien helfen.

          Der Aymara-Indianer Morales forderte indes auch eine Abkehr von Washingtons „Null-Drogen“-Politik und den freien Koka-Anbau in Bolivien. Das Andenland ist weltweit der drittgrößte Produzent von Koka, einer Heilpflanze, deren getrocknete Blätter die Urbevölkerung seit Jahrhunderten als anregendes, Hunger und Durst linderndes Mittel kaut, die aber zugleich auch als Rohstoff für Kokain dient.

          Weitere Themen

          Baerbock: „Wir kämpfen für einen neuen Aufbruch" Video-Seite öffnen

          Grüne Kanzlerkandidatin : Baerbock: „Wir kämpfen für einen neuen Aufbruch"

          Die Grünen haben Annalena Baerbock trotz der Turbulenzen der vergangenen Wochen den Rücken gestärkt: Die 40-Jährige wurde auf dem digitalen Parteitag mit 98,5 Prozent offiziell zur Kanzlerkandidatin gekürt. „Wir kämpfen für einen neuen Aufbruch", sagte sie in ihrer Rede.

          Hacker greifen Ken Jebsen an – Webseite lahmgelegt

          Anonymous : Hacker greifen Ken Jebsen an – Webseite lahmgelegt

          Die Hacker-Gruppe Anonymous hat sich die Seite des Verschwörungstheoretikers Ken Jebsen vorgenommen. Dabei habe sie nicht nur zehntausende Daten zu Abonnenten erbeutet, sondern auch Informationen zu Spenden abgegriffen.

          Topmeldungen

          Moderator Ken Jebsen während einer Demonstration am 13.12.2014 vor dem Schloss Bellevue in Berlin

          Anonymous : Hacker greifen Ken Jebsen an – Webseite lahmgelegt

          Die Hacker-Gruppe Anonymous hat sich die Seite des Verschwörungstheoretikers Ken Jebsen vorgenommen. Dabei habe sie nicht nur zehntausende Daten zu Abonnenten erbeutet, sondern auch Informationen zu Spenden abgegriffen.

          G 7 in Cornwall : Brexit-Störgeräusche für Johnson

          Eigentlich sollte es beim G-7-Gipfel vor allem um Corona und die Herausforderung durch China und Russland gehen. Doch immer wieder muss sich Gastgeber Boris Johnson auch mit dem Streit mit der EU auseinandersetzen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.