https://www.faz.net/-gpf-98ucc

Südafrikas früherer Präsident : Prozess gegen Zuma vertagt

  • Aktualisiert am

Gut gelaunt: Der frühere südafrikanische Präsident Jacob Zuma am Freitag vor Gericht in Durban Bild: Reuters

Nach nur 15 Minuten durfte Jacob Zuma das Gericht in Durban wieder verlassen und sich von seinen Anhängern feiern lassen. Südafrikas früherer Präsident muss sich wegen Korruptionsvorwürfen aus dem Jahr 1999 verantworten.

          Der Korruptionsprozess gegen Südafrikas früheren Staatschef Jacob Zuma ist am Freitag nach einer kurzen Anhörung auf den 8. Juni vertagt worden. Das entschied Richter Themba Sishi zum Abschluss der 15 Minuten langen Anhörung in Durban. Der 8. Juni sei allerdings „ein vorläufiges Datum“, sagte er.

          In dem Fall geht es um den Vorwurf, Zuma habe für einen 1999 geschlossenen Rüstungsvertrag mit dem französischen Konzern Thales Schmiergelder in Höhe von umgerechnet rund 280.000 Euro kassiert. Zuma war damals Vize-Präsident. Die 16 Anklagepunkte gegen Zuma umfassen die Straftatbestände Korruption, Geldwäsche und Betrug. Zumas Anwälte machten bei der Anhörung abermals deutlich, dass sie den Prozess auf juristischem Wege verhindern wollen.

          Zuma war mit einem breiten Lächeln und nach oben gerecktem Daumen zu der Anhörung erschienen. Er versicherte später vor dem Gerichtsgebäude, die gegen ihn erhobenen Vorwürfe seien „politisch motiviert“. Vor dem Gericht demonstrierten mehr als tausend seiner Anhänger gegen das Verfahren. Rund um das Gebäude war ein Großaufgebot der Polizei im Einsatz.

          Korruptionsvorwürfe gegen Zuma gibt es auch im Zusammenhang mit der einflussreichen Unternehmerfamilie Gupta. Ihr soll Zuma sogar ein Mitspracherecht bei der Verteilung von Kabinettsposten eingeräumt haben. Das Verfassungsgericht hatte Zuma zudem 2016 Verfassungsbruch vorgeworfen: Der Präsident hatte auf Steuerzahlerkosten für umgerechnet rund 22 Millionen Euro eine Privatresidenz aufwändig umbauen lassen.

          Zuma, der zuletzt für Südafrikas schlechte Wirtschaftslage verantwortlich gemacht worden war, war seit 2009 Staatschef. Mit seinem Rücktritt im Februar kam er einem Amtsenthebungsverfahren zuvor. Sein Nachfolger ist der vorherige Vize-Präsident Cyril Ramaphosa. Wie Zuma gehört er der Partei Afrikanischer Nationalkongress (ANC) an.

          Weitere Themen

          Trumps Sommer des Missvergnügens

          Wirtschaft in Amerika : Trumps Sommer des Missvergnügens

          Signale eines Konjunktureinbruchs in Amerika machen Trump nervös. Die Wirtschaftslage könnte seine Wiederwahl 2020 gefährden. Die Reaktion des Präsidenten zeigt ein bekanntes Muster.

          Boris Johnson ist optimistisch Video-Seite öffnen

          Treffen mit Macron in Paris : Boris Johnson ist optimistisch

          Nach seinem Besuch in Berlin kam der britische Regierungschef am Donnerstag mit dem französischen Staatspräsidenten in Paris zusammen. Wirklich viel hatte Macron in Sachen Brexit-Abkommen aber nicht anzubieten. Trotzdem versprach er eine 30-tägige Anstrengung.

          Kreml verdreht Macrons Worte

          Zu „Gelbwesten“-Protesten : Kreml verdreht Macrons Worte

          Nach dem Treffen von Putin und Macron hat der Kreml Inhalte des Gesprächs online veröffentlicht – und die Aussagen Macrons ins Gegenteil verdreht. Französische Medien sehen darin eine Manipulation der Öffentlichkeit.

          Topmeldungen

          Wirtschaft in Amerika : Trumps Sommer des Missvergnügens

          Signale eines Konjunktureinbruchs in Amerika machen Trump nervös. Die Wirtschaftslage könnte seine Wiederwahl 2020 gefährden. Die Reaktion des Präsidenten zeigt ein bekanntes Muster.

          Der Exosuit : Was uns nach den E-Tretrollern erwartet

          Noch hat sich Deutschland nicht an die E-Tretroller gewöhnt, da kommt schon die nächste Innovation aus Amerika: Die E-Buxe könnte den Straßenverkehr revolutionieren oder noch mehr belasten. Eine Glosse.

          Johnson in Paris : In Berlin war mehr Esprit

          Beim Besuch von Boris Johnson betont Präsident Macron die Einigkeit Europas – und bekennt sich zu seinem Ruf, in der Brexit-Frage ein Hardliner zu sein. Zugeständnisse will er gegenüber dem Gast aus London nicht machen – erst recht nicht beim Backstop.
          Amerikas Botschafter Richard Grenell kritisiert eine neue EU-Verordnung zu Medizinprodukten.

          F.A.Z. exklusiv : Richard Grenell kritisiert neue EU-Verordnung

          Die EU sorgt mit neuen Verordnungen für Medizinprodukte für neuen bürokratischen Aufwand. Der amerikanische Botschafter Grenell meint: „Viele werden sich für die Patienten nicht positiv auswirken.“ Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.