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Sudetentag in Augsburg : Neue Diskussion über Beneš-Dekrete

  • Aktualisiert am

Die Fahnen hinter sich: Ministerpräsident Seehofer auf dem Sudetentag Bild: dpa

Die Sudetendeutschen haben die Tschechische Republik abermals aufgerufen, die Beneš-Dekrete abzuschaffen. Prag reagierte prompt.

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          Aus Anlass des Sudetendeutschen Tages in Augsburg ist es abermals zu einer Diskussion über die Beneš-Dekrete gekommen. Den Dekreten folgte die Vertreibung und Enteignung der Sudetendeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, der CSU-Politiker Bernd Posselt, forderte die Tschechen am Sonntag wieder auf, sich davon zu distanzieren. Das tschechische Volk solle sich „endlich von dieser schrecklichen Erblast“ trennen, sagte er. Die Dekrete seien „Gerümpel“, das weggeräumt werden sollte.

          Auch wenn die Dekrete kein großes Thema in Augsburg waren, reagierte der tschechische Ministerpräsident Bohuslav Sobotka umgehend und wies die Forderung zurück: „Meine Regierung sieht keinen Anlass, die Beneš-Dekrete in irgendeiner Weise anzuzweifeln und eine Debatte über diese Frage zu eröffnen“, sagte er nach einem Bericht der Agentur CTK vom Sonntag.

          Der seit Januar regierende Sozialdemokrat verwies dabei auf die Deutsch-Tschechische Erklärung von 1997. „Es besteht kein Grund, warum die Vergangenheit unsere derzeit ausgezeichneten Beziehungen sowohl mit Deutschland als auch mit Bayern belasten sollte“, sagte Sobotka. Die Dekrete bildeten die Grundlage für die Vertreibung von rund drei Millionen Deutschen aus der damaligen Tschechoslowakei.

          Seehofer: EU „genialste Idee der Nachkriegsgeschichte“

          Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer warnte unterdessen angesichts des Konflikts in der Ukraine vor einer Gefährdung der Europäischen Einigung. „Sie ist die genialste Idee der Nachkriegsgeschichte“, sagte der CSU-Chef am Sonntag auf dem Pfingsttreffen der Sudetendeutschen. Auch in der Ukraine trete eine Mehrheit des Volkes für europäische Werte ein.

          Wie bereits am Vortag Bayerns Sozialministerin Emilia Müller (CSU) betonte Seehofer, dass die Einhaltung des Völkerrechts auch heute in Europa noch nicht selbstverständlich sei. Die Annexion der Krim durch Russland dürfe nicht akzeptiert werden, äußerte er. Krieg sei dabei aber kein Mittel zur Überwindung von Konflikten.

          Seehofer ist amtierender Schirmherr der Sudetendeutschen. Vor 60 Jahren hatte der Freistaat offiziell die Schirmherrschaft für die Volksgruppe übernommen. Seitdem gelten die Sudetendeutschen als vierter Stamm Bayerns nach den Altbayern, Franken und Schwaben.

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