https://www.faz.net/-gpf-15mwh

Sudan : Kritik am Friedensabkommen für Darfur

  • -Aktualisiert am

Die Unterzeichnung des Friedensabkommens in Doha Bild: AFP

Die Rebellengruppe „Justice and Equality Movement“ (JEM) und die sudanesische Regierung haben sich in Doha auf einen Waffenstillstand geeinigt. Abdelwahid Nour, Führer der zweitgrößten Rebellengruppe im Sudan, lehnt Friedensgespräche dagegen ab.

          1 Min.

          Nach der Unterzeichnung eines Friedensabkommens zwischen der sudanesischen Regierung und der in Darfur aktiven Rebellengruppe „Justice and Equality Movement“ (JEM) am Dienstagabend in Doha hat der Führer der zweiten großen Rebellengruppe die Übereinkunft scharf kritisiert. „Das ist ein Frieden zwischen Politikern“, sagte Abdelwahid Nour, „ein Kampf um Posten und Pfründe, bei dem die entscheidende Frage keine Rolle spielt: die nach der Sicherheit der Bevölkerung“.

          Nour kommandiert die „Sudan Liberation Army - Abdelwahid“ (SLA-Abdelwahid), der nach JEM stärksten Rebellengruppe in Darfur. Nour lehnt Friedensgespräche mit der Regierung ab, solange die berüchtigten Reitermilizen der Djandschawid weiter ihr Unwesen in Darfur treiben. JEM und die Regierung in Khartum hatten sich in Doha auf einen sofortigen Waffenstillstand geeinigt und auf eine Beteiligung der Rebellen an der Regierung.

          Zudem wurde die Forderung nach Entschädigungszahlungen für die mehr als zwei Millionen Flüchtlinge von Khartum im Prinzip anerkannt. Konkrete Summen beziehungsweise Zahlungsmodalitäten wurden aber nicht vereinbart. Das international begrüßte Friedensabkommen hilft in erster Linie dem sudanesischen Präsidenten Omar al Baschir, gegen den der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag Anklage wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit erhoben hat. Einen Monat vor den geplanten Wahlen in Sudan, bei denen Baschir als Favorit gilt, demonstriert der Präsident somit seine Bereitschaft zu einem Frieden in Darfur.

          Weitere Themen

          Wie geht es nun beim Brexit weiter? Video-Seite öffnen

          Abstimmung abermals vertagt : Wie geht es nun beim Brexit weiter?

          Nach der Entscheidung des britischen Unterhauses, vorerst nicht über Boris Johnsons Brexit-Deal mit der EU abzustimmen, musste der Premier gegenüber Brüssel Stellung beziehen. Er tat dies in gleich mehreren Briefen.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.