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Sudan-Krise : EU drängt Sudan abermals zum Eingreifen in Darfur

  • Aktualisiert am

Auch der Papst fordert ein schnelles Eingreifen im Sudan Bild: AP

Die EU macht wegen der Vertreibungen in der Krisenprovinz Darfur weiter Druck. Laut Bundesaußenminister Joschka Fischer sind Sanktionen unausweichlich, sollte Sudans Regierung nicht ihren Verpflichtungen nachkommen.

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          Die Europäische Union drängt die Regierung des Sudans, endlich den Vertreibungen in der Krisenprovinz Darfur ein Ende zu machen. Der außenpolitische Repräsentant der EU, Javier Solana, erläuterte dem sudanesischen Außenminister Mustafa Osman Ismail in Brüssel die große Sorge der Gemeinschaft über die Menschenrechtsverletzungen in Darfur.

          Das Thema wird die EU-Außenminister bei einem Sondertreffen an diesem Montag in Brüssel beschäftigen. Bundesaußenminister Joschka Fischer war sich in einem Telefonat mit seinem amerikanischen Kollegen Colin Powell einig, daß Sanktionen unausweichlich wären, sollte die sudanesische Regierung nicht ihren Verpflichtungen nachkommen, wie das Auswärtige Amt am Sonntag in Berlin mitteilte.

          Fischer setzt sich für eine führende Rolle der Afrikanischen Union (AU) bei der Lösung des Konflikts ein. In einem Telefonat sicherte er dem Präsidenten des afrikanischen Staatenbundes, Alpha Oumar Konare, die weitere „volle Unterstützung“ der Bundesregierung und der EU für den Einatz in Darfur zu, wie das Auswärtige Amt mitteilte. Der Wunsch nach einer Führungsrolle der AU zeige auch, daß jüngste Vorwürfe des Sudans, die Bemühungen der internationalen Gemeinschaft richteten sich gegen den Islam, jeder Grundlage entbehrten.

          Papst für schnelles Eingreifen

          Fischer und Konare waren sich nach Auskunft des Außenministeriums einig, daß die Entwaffnung der Dschandschawid-Milizen und der Zugang für humanitäre Organisationen sichergestellt werden müssen. Beim Zugang für die Helfer gebe es „durchaus Fortschritte“, aber auch noch Defizite.

          Papst Johannes Paul II. richtete am Sonntag einen eindringlichen Appell an die internationale Gemeinschaft, in Darfur einzugreifen. „Der Krieg bringt immer mehr Armut, Verzweiflung und Tod mit sich. Zwanzig Jahre harter Kämpfe haben im Sudan zu einer hohen Zahl an Toten, Obdachlosen und Flüchtlingen geführt. Wie kann man da gleichgültig bleiben?“, sagte Johannes Paul II. beim Angelus-Gebet am Sonntag in seiner Sommerresidenz Castel Gandolfo bei Rom. Der deutsche Kurien-Erzbischof Paul Josef Cordes hatte am Wochenende im Auftrag des Papstes die sudanesische Krisenregion besucht. Am Montag wird Cordes, der das päpstliche Hilfswerk „Cor Unum“ leitet, in Rom zurückerwartet.

          Sudanesische Regierung legt Zwischenbericht vor

          Ismail warf der amerikanischen Regierung vor, die Situation in Darfur für ihre eigenen Zwecke zu instrumentalisieren. „Die einzige Erklärung für diese Eskalation (der Kritik) ist, daß dies Teil des amerikanischen Wahlkampfes geworden ist“, sagte der sudanesische Außenminister in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der in London erscheinenden arabischen Zeitung „Al-Sharq Al-Awsat“. Die amerikanische Regierung wolle damit offenbar schwarze Wähler ansprechen.

          Nach Angaben der Vereinten Nationen haben die arabischen Milizen in den vergangenen 15 Monaten Tausende Schwarzafrikaner in Darfur getötet, über eine Million Menschen vertrieben und rund 2,2 Millionen von der Lebensmittel- und Medikamentenzufuhr abgeschnitten.

          Die sudanesische Regierung hat aber am Sonntag einen Bericht über die Lage in der Region Darfur veröffentlicht. Nach dem vom Informationsministerium erstellten Bericht seien 5.000 Polizisten in die Krisenregion entsandt worden, berichtete die sudanesische Nachrichtenagentur. Bis zur vergangenen Woche seien insgesamt 90.000 Menschen in ihre Dörfer in der Krisenregion zurückgekehrt. Die Regierung habe zudem Vorkehrungen getroffen, um die Lieferung von 46.000 Tonnen Lebensmittelhilfen und Medikamenten im Wert von zehn Millionen Dollar zur erleichtern.

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