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Konzentrationslager Stutthof : Ehemaliger SS-Wachmann muss vor Gericht

  • Aktualisiert am

Schauplatz hundertfachen Mordes: Eingang zum Konzentrationslager Stutthof Bild: dpa

Dem 94 Jahre alten Angeklagten wird vorgeworfen dem hundertfachen Mord im Konzentrationslager Stutthof Beihilfe geleistet zu haben. Weil er damals noch jünger als 21 Jahre alt war, wird vor der Jugendkammer verhandelt.

          Ein hochbetagter ehemaliger SS-Wachmann im deutschen Konzentrationslager Stutthof bei Danzig muss sich ab November vor Gericht wegen hundertfacher Mordbeihilfe verantworten. Dem 94 Jahre alten Mann aus dem Kreis Borken wirft die Staatsanwaltschaft vor, als Wachmann in dem Lager für mehrere Hundert Morde zwischen 1942 und 1945 mitverantwortlich gewesen zu sein, wie das Landgericht Münster am Freitag mitteilte.

          Der Prozess beginnt am 6. November vor der Jugendkammer, weil der Angeklagte zum Zeitpunkt der ihm vorgeworfenen Taten noch nicht 21 Jahre alt war. Aus Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand wird maximal zwei Stunden lang verhandelt. Zischen den Sitzungen müssen immer wieder Ruhetage eingelegt werden. Es sind zunächst dreizehn Prozesstage bis Mitte Januar angesetzt.

          Laut Anklage sind in dem Konzentrationslager mehrere Hundert Menschen in Gaskammern umgebracht worden. Weitere starben aufgrund der elenden Lebensverhältnisse oder wurden durch Genickschüsse getötet. Wieder andere Gefangene habe man erfrieren lassen oder Gift direkt ins Herz injiziert. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, von sämtlichen Tötungsmaßnahmen gewusst zu haben. Er bestreitet früheren Angaben zufolge seine Beteiligung.

          Wegen derselben Vorwürfe soll auch ein 93 Jahre alter Mann aus Wuppertal vor Gericht gebracht werden. Anders als vorgesehen, soll das Verfahren gegen ihn gesondert geführt werden kann, teilte das Gericht weiter mit. Es sei bislang noch nicht absehbar, ob der Mann verhandlungsfähig ist. Ein weiteres Gutachten dazu steht noch aus.

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