https://www.faz.net/-gpf-vcmq

Stuttgart : Zweieinhalb Jahre Haft für Terrorhelfer

  • Aktualisiert am

Das Oberlandesgericht hat einen Iraker verurteilt, der die radikal-islamische Terrorgruppe Ansar al Islam finanziell unterstützt hat. Der Kurde hatte ein Teilgeständnis abgelegt. Unterdessen steht in Celle ebenfalls ein Iraker vor Gericht - er soll für Al Qaida geworben haben.

          Das Oberlandesgericht Stuttgart hat einen 37 Jahre alten Iraker wegen Unterstützung der Terrorgruppe Ansar al Islam zu zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Das Gericht sah es am Mittwoch als erwiesen an, dass der irakische Kurde Burhan B. 12.500 Euro an die radikal-islamische Terrorgruppe weitergeleitet und sie damit unterstützt hat.

          Mit dem Urteil entsprach das Gericht dem Antrag der Verteidigung. Bundesanwalt Christian Monka hatte zwei Jahre und neun Monate Gefängnis gefordert. Burhan B. hatte während des Prozesses eingeräumt, Geld im Auftrag des Irakers Ata R. erhalten zu haben. Ata R. steht seit mehr als einem Jahr mit zwei mutmaßlichen Komplizen wegen eines angeblich 2004 geplanten Anschlags auf den früheren irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi vor Gericht. Burhan B. war im Juni 2006 bei der Ausreise in den Irak am Frankfurter Flughafen festgenommen worden.

          Werbung für Al Qaida: Prozess in Celle

          Die 2001 im Nordirak gegründete Ansar al Islam unterhält nach Auskunft der Sicherheitsbehörden in Westeuropa ein Netzwerk zur Unterstützung ihrer Terroraktivitäten gegen amerikanische Truppen im Irak. Ihre Mitglieder sind überwiegend radikal-islamistische Kurden, die sich auch mit Waffengewalt für die Errichtung eines fundamental- islamistischen Gottesstaates im Irak einsetzen. In Deutschland soll es rund 100 Anhänger der Terrororganisation geben, europaweit etwa 250.

          Unterdessen hat vor dem Oberlandesgericht Celle der Prozess gegen einen gebürtigen Iraker begonnen, dem die Bundesanwaltschaft vorwirft, das Terrornetzwerk Al Qaida unterstützt zu haben. Sein Mandant wolle zunächst nichts sagen, sagte Anwalt Karl Rüther am Mittwoch. Er sagte, der Prozess sei wegweisend für die Zukunft weil nur Internethandlungen bestraft werden sollen. Es gehe in erster Linie darum, dass Reden von Mitgliedern terroristischer Vereinigungen weitergegeben worden sein und nicht etwa um das „Basteln von Bomben“.

          Kofferbomber im Dezember vor Gericht

          Die Bundesanwaltschaft wirft dem 36 Jahre alten Familienvater aus Georgsmarienhütte bei Osnabrück vor, im Internet Mitglieder oder Unterstützer für Al Qaida geworben zu haben. Der Mann hat nach Überzeugung der Ermittler von seinem Computer aus Botschaften von Terror-Drahtziehern, darunter Usama bin Ladin, verbreitet. Er war im Oktober festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

          Der Prozess gegen einen der mutmaßlichen Kofferbomber soll am 18. Dezember am Oberlandesgericht in Düsseldorf beginnen. Das teilte ein Sprecher am Mittwoch mit. Der Libanese Youssef Mohamad E.H. soll zusammen mit einem Komplizen am 31. Juli 2006 am Kölner Hauptbahnhof Koffertrolleys mit selbst gebauten Bomben in zwei Regionalzügen nach Hamm und Koblenz deponiert haben. Nur wegen eines handwerklichen Fehlers kam es nicht zur Detonation. Der 23-Jährige ist wegen vielfachen versuchten Mordes und versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion angeklagt. Die Bundesanwaltschaft geht von einem islamistischen Hintergrund aus.

          Weitere Themen

          Die da oben

          FAZ Plus Artikel: Populismus : Die da oben

          Populisten geben sich gerne als Männer und Frauen des Volkes. Am Beispiel der AfD kann man jedoch sehen: Kritiker der „Elite“ sind meist elitärer, als ihre Rhetorik vermuten lässt.

          Solidarität in der Flüchtlingsfrage?

          Migrationsgipfel auf Malta : Solidarität in der Flüchtlingsfrage?

          Auf dem Minigipfel auf Malta wird sich zeigen, ob es in der Flüchtlingsfrage eine Lastenteilung in der EU gibt oder ob es beim Widerstreit nationaler Interessen bleibt. Selbst eine Einigung könnte noch viele Probleme offen lassen.

          Topmeldungen

          Passagiere des insolventen Reisekonzerns Thomas Cook am Flughafen von Palma de Mallorca.

          Thomas Cook ist pleite : Was Reisende jetzt wissen müssen

          Die Insolvenz des britischen Reisekonzerns Thomas Cook verunsichert Tausende von Urlaubern. Geht mein Geld verloren? Wie sicher ist das Absicherungsversprechen? Die wichtigsten Fragen und Antworten für Reisende.
          Volkstribun? Der Landesvorsitzende der AfD in Brandenburg, Andreas Kalbitz

          Populismus : Die da oben

          Populisten geben sich gerne als Männer und Frauen des Volkes. Am Beispiel der AfD kann man jedoch sehen: Kritiker der „Elite“ sind meist elitärer, als ihre Rhetorik vermuten lässt.
          Glitzernde Autoshows wollen die Marketingstrategen der Firmen nicht mehr.

          War’s das mit der IAA? : Dilettanten am Steuer

          Wie ruiniert man eine IAA? Man nehme streitende Konzerne, einen Frankfurter Oberbürgermeister und einen hilflosen Verband. Schadenfreude? Ist nicht angebracht. In Deutschland sollten die Alarmglocken schrillen.
          Das Mercedes-Benz Logo auf dem Turm des Hauptbahnhofes in Stuttgart.

          Brandbrief : Daimler-Vorstand rüttelt die Belegschaft wach

          Der Daimler-Vorstand Ole Källenius will mit einem Brandbrief seine Führungskräfte wachrütteln: Daimler will kurzfristig mindestens 4,2 Milliarden Euro einsparen. Die Mitarbeiter sollen selbst Ideen dafür finden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.