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„Stuttgart 21“ : Grube: „Es kann keinen Baustopp geben“

Bahnchef Rüdiger Grube am Montag in Stuttgart Bild: dpa

Bahn-Chef Grube hält trotz der Proteste gegen „Stuttgart 21“ an der derzeitigen Planung fest. „Es kann und darf keinen Bau- und Vergabestopp geben“, sagte Grube am Montagabend. Schlichter Geißler fordert weiter einen Baustopp während der Verhandlungen.

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          Bahnchef Rüdiger Grube lehnt einen Baustopp für eine Schlichtung im Streit um „Stuttgart 21“ ab. „Es kann und es darf keinen Bau- und Vergabestopp geben“, sagte Grube am Montag in Stuttgart vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) der Region Stuttgart in der Liederhalle. Die Gegner des Bahnprojekts hatten zur Bedingung gemacht, dass die Arbeiten vollständig ruhen. Grube schloss dagegen aus, die Grundwasserregulierung einzustellen oder die Gleisvorfeldarbeiten auszusetzen. Ein Bau- und Vergabestopp würde nach Grubes Worten pro Woche 2,5 Millionen Euro kosten. Das Wort Schlichtung sei im übrigen irreführend. „Hier geht es um ein Ja oder Nein, mehr nicht.“ Die Bahn wolle alles tun, um den Dialog mit den Gegnern zu ermöglichen.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Zuvor hatte sich der Schlichter für den Streit über „Stuttgart 21“, Heiner Geißler, bei der Bahn AG für einen völligen Baustopp eingesetzt. Der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel forderte abermals eine Volksabstimmung und sprach sich dafür aus, diese nicht am Tag der Landtagswahl abzuhalten. Er warnte davor, den Streit über das Verkehrsinfrastrukturprojekt zu einer nationalen oder gar europäischen Frage zu machen. „Es ist auch keine Frage des Weltfriedens.“

          Mehrere tausend Menschen haben am Montagabend abermals gegen „Stuttgart 21“ demonstriert. Nach Veranstalterangaben gingen 30.000 Menschen auf die Straße, die Polizei berichtete von 10.000 Demonstranten. Bei der Veranstaltung im Schlossgarten gab es keine Zwischenfälle.

          Am Bauzaun am Bahnhof Stuttgart

          Zwischen den Projektträgern einerseits und dem Aktionsbündnis der Gegner andererseits ist seit Tagen umstritten, ob in einen Baustopp auch die vorbereitenden Arbeiten für das Grundwassermanagement für die künftige Großbaustelle einbezogen werden sollen. Das Aktionsbündnis sowie der grüne Fraktionsvorsitzende Kretschmann hatten dies als Voraussetzung für ein erfolgreiches Schlichtergespräch verlangt. Kretschmann hatte offenbar auf Druck der Gegner und seiner Partei diese Haltung erst am Freitag geäußert, nachdem er die Arbeiten am Grundwassermanagement zunächst nicht zu einem Baustopp gerechnet hatte.

          Mappus: Veränderungen sind möglich

          Geißler sagte am Montag, er habe mit dem Vorstandsvorsitzenden der Bahn AG, Rüdiger Grube, gesprochen, möglicherweise könne die oberirdische Verlegung von Rohren für die Zeit der Schlichtungsverhandlungen unterbrochen werden. Die Bahn, die Bauherr des Projekts ist, habe zugesagt, dies zu prüfen, so Geißler. Für diesen Dienstag erwarte er eine Antwort.

          Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) äußerte auf einer Auslandsreise in Saudi-Arabien, kleinere Veränderungen an der Architektur des Bahnhofs seien denkbar. „Ich stehe weiter zu dem Projekt, aber wenn Veränderungen gewünscht sind, dann ist das für mich kein K.-o.-Kriterium“, sagte Mappus. Er lasse sich dann aber nicht vorwerfen, dass er das „Projekt teurer mache“.

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