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Stuttgart 21 : Bahn will demnächst Bäume fällen lassen

Bild: Greser & Lenz

Die Bahn will „in den kommenden zwei Wochen“ im Mittleren Schlossgarten in Stuttgart mit dem Fällen der Bäume beginnen. Besonderer Schutz gilt dabei dem Juchtenkäfer. Der Südflügel des Bahnhofs steht kurz vor dem Abriss.

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          Die Bahn will innerhalb der kommenden zwei Wochen im Mittleren Schlossgarten in Stuttgart mit dem Fällen der Bäume beginnen. 108 Bäume müssen gefällt, 68 sollen mit Hilfe von „Rundspatenmaschinen“ versetzt werden. Das Fällen der Bäume ist notwendig, damit am Stuttgarter Hauptbahnhof ein Baufeld entstehen kann und damit die Arbeiten für den geplanten Durchgangsbahnhof (Stuttgart21) fortgesetzt werden können.

          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Weil der Protest der Bahnhofsgegner gegen das Fällen der Bäume besonders heftig und emotional ausfallen könnte, muss zumindest für den Beginn der Arbeiten ein größeres Polizeiaufgebot - auch aus anderen Bundesländern - zur Verfügung stehen. Schon in der kommenden Woche soll mit dem Abriss des Südflügels begonnen worden. Seit Mitte Januar ist der Bahnhofsflügel mit einem Zaun abgeriegelt.

          Am Donnerstag hatte das Eisenbahnbundesamt (EBA) der Bahn die Erlaubnis erteilt, mit den Baumfällarbeiten zu beginnen. Am Mittwoch hatte das Stuttgarter Verwaltungsgericht dann zwei Eilanträge von Bahnhofsgegnern abgewiesen, deren Ziel es war, die Räumung des illegalen Zeltlagers im Schlossgarten zu verhindern.

          Die Bahn verfügt nun vorerst über alle Genehmigungen und kann die Arbeiten an dem vier Milliarden Euro teuren Bahnhofsprojekt fortsetzen. Der Umweltschutzverband BUND stellte schon am Donnerstagabend einen Eilantrag gegen die Baumfällgenehmigung. Das veranlasste die Bahn sogleich, ihre rechtlichen Auffassungen in einem 35 Seiten starken Schriftsatz vorsorglich beim Verwaltungsgerichtshof in Mannheim und beim Stuttgarter Verwaltungsgericht zu hinterlegen.

          Nach Ansicht der Bahn steht hinter dem Vorgehen des Umweltschutzverbandes eindeutig die Absicht, das Verkehrsprojekt „politisch“ zu verhindern. Thekla Walker, die Landesvorsitzende der Grünen, warnte die Bahn davor, mit den Baumfällarbeiten zu beginnen, bevor über den abermaligen Eilantrag entschieden sei.

          Schutz für den Juchtenkäfer

          Zur Einhaltung der Vorschriften des Arten- und Naturschutzes ist ein großer technischer und finanzieller Aufwand nötig: Zwanzig Bäume können nicht gefällt werden, weil sich der Juchtenkäfer (osmoderma eremita) in den Höhlen dieser Bäume angesiedelt hat. Die Bahn will diese Baumgruppe mit einem Zaun schützen. „Der Zaun ist nötig, weil die Tiere empfindlich auf Beunruhigungen reagieren, wir müssen uns um sie kümmern“, sagte Gunther Matthäus, Biologe und von der Bahn beauftragter Gutachter.

          Jeder Baum ist mit Infrarotkameras untersucht worden, Baumhöhlen wurden von Biologen mit Endoskopen inspiziert. In zwei Bäumen fanden sich Höhlen der Abendsegler, einer seltenen Fledermausart. Das Fällen dieser Bäume muss deshalb auf Oktober verschoben werden, weil die Fledermäuse derzeit Winterschlaf halten. Die Landesregierung und auch Vertreter der Bahn haben mit den Bewohnern des Zeltdorfs Vorgespräche geführt und die etwa 60 Bahnhofsgegner über die bevorstehende Räumung informiert.

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