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Streit um Seenotrettung : Ressentiments aus Italien

Er hat eine Regierungskrise in Italien ausgelöst: Matteo Salvini, Innenminister des Landes. Bild: Reuters

Die Seenotrettung und die Verteilung von Flüchtlingen bleiben umstritten. Dennoch sollte sich Italiens Innenminister Matteo Salvini besser an den europäischen Tisch setzen, als Ressentiments zu schüren.

          Dass Deutschland, Frankreich und andere EU-Staaten Italien mit dem Problem der Bootsflüchtlinge lange Zeit ziemlich alleingelassen haben, hat sich Matteo Salvini nicht ausgedacht. Als Innenminister ist er aber nicht für Vergangenheitsbewältigung zuständig, sondern für Problemlösung.

          Andreas Ross

          Redakteur in der Politik.

          Deshalb hätte Salvini am Montag nicht auf Facebook Ressentiments gegen ein vermeintliches deutsch-französisches Migrationsdiktat schüren, sondern die Einladung nach Paris annehmen und mit den anderen Europäern um ein Migrationspaket ringen sollen. Aus italienischer Sicht ist der Moment dafür günstig: Es kann keine Rede mehr davon sein, dass „Europa“ die Not im Mittelmeer ignorierte. Zwar dürfte viel Zweckoptimismus im Spiel gewesen sein, als Außenminister Heiko Maas nach den Beratungen verkündete, man sei auf der Suche nach einer Lösung weiter vorangekommen denn je.

          Die Seenotrettung und die Verteilung von Flüchtlingen bleiben umstritten. Dennoch hat Salvini keinen Anlass mehr für Behauptungen wie die, Brüssel, Berlin und Paris sähen Italien als ihr Flüchtlingslager an.

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