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Zerbst : Die Zarin kehrt heim

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Hier lebte einst auch Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst Bild: ZB

Mitteldeutschland will seine Monarchen wiederhaben, zumindest als Standbilder. Nach 17 Jahren ist es nun einem Förderverein in Zerbst gelungen, Förderer für ein Denkmal der größten Tochter der Stadt zu finden, der Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst.

          Mitteldeutschland will seine Monarchen wiederhaben, zumindest als Standbilder. Die Preußenkönigin Luise wird vom 18. Juni an wieder in Marmor in Magdeburg stehen, mehr als vierzig Jahre, nachdem die Statue der schon zeitgenössisch vielfach verehrten schönen Frau aus ideologischen Gründen zu DDR-Zeiten geschleift wurde. Während die Magdeburger für ihre Spendensammlung nur fünf Jahre brauchten, benötigte ein Förderverein in Zerbst siebzehn Jahre, bis er Förderer fand für ein Denkmal der größten Tochter der Stadt, der Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst. Am 10. Juli wird die rotgoldene Bronze enthüllt auf der Zerbster Schlossfreiheit, dort, wo jetzt ein Parkautomat steht - fast genau 247 Jahre nachdem sie als Katharina die Große den russischen Zarenthron bestieg.

          So tragen denn auch zwei Russen, ein Geschäftsmann und ein Historiker, die Kosten für die Statue eines israelischen Künstlers, der sie als junge Prinzessin zeigt. Vor sechzehn Jahren gab es schon einmal ein gussfertiges Modell, angeregt von der russischen Adelsvereinigung und einem Denkmalfabrikanten als Symbol der deutsch-russischen Vergangenheit. Damals waren die Einladungskarten fast schon gedruckt, das Geld aber fehlte. Wie damals lobt die russische Regierung auch jetzt das Vorhaben, das in russischen Zeitungen auf Widerhall stößt.

          Der Internationale Förderverein, der einen Schüleraustausch zwischen der Kleinstadt in Sachsen-Anhalt und Puschkin bei Sankt Petersburg ebenso organisiert wie Internationale Katharina-Tage in Zerbst, will die Denkmaleinweihung angemessen begehen mit Feuerwerk und Festakt, Katharina-Broschüre und Schmuckkuvert. Damit will die Residenzstadt, im April 1945 durch Bomben fast vollständig zerstört, an eine große Vergangenheit erinnern. Schon jetzt begeht der Ort das Jubiläumsjahr - am 2. Mai 1729 wurde die spätere Zarin geboren - mit Lesungen, Konzerten und von Ende April an mit einer Sonderausstellung. Diesmal werden indes die Kirchenglocken in Zerbst nicht vier Wochen lang läuten wie bei ihrem Tod 1796.

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