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Stavenhagen : Zurück in die Parteilosigkeit

Bild: Bernd Helfert

Bernd Mahnke, 55 Jahre alt, ist seit 1984 Bürgermeister in der mecklenburgischen Stadt Stavenhagen. 1991 trat er in die CDU ein, nun trat er wieder aus ihr aus. Er wirft der Fraktion vor, praktisch alle seine Vorhaben abgelehnt zu haben. Die Partei scheint erleichtert zu sein.

          Bernd Mahnke, 55 Jahre alt, ist seit 1984 Bürgermeister in der mecklenburgischen Stadt Stavenhagen, die vor allem bekannt geworden ist als Geburtsort des niederdeutschen Schriftstellers Fritz Reuter (1810-1874). Das alte Rathaus ist heute das Reuter-Museum, eines der schönsten Literaturmuseen in Deutschland. Mahnke residiert im ehemaligen Schloss ein paar hundert Meter vom Markt entfernt. Stavenhagen hat keine Schulden. Die Gewerbesteuereinnahmen machen die Stadt geradezu reich. „Pfanni“ hat sich hier mit einem Werk angesiedelt. In Stavenhagen sitzt die Molkerei „Immergut“. Außerdem hat die dänische Handelskette Netto hier ihr Zentrum für das Deutschland-Geschäft. An all dem hat Mahnke seinen Anteil.

          Frank Pergande

          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Er war Mitglied der SED, 1990 machte er als parteiloser Bürgermeister unverdrossen im Amt weiter. Schließlich fand er in die CDU. Jetzt, nach achtzehn Jahren Mitgliedschaft, ist er wieder ausgetreten. Er wolle rechtzeitig vor der Kommunalwahl am 7. Juni „reinen Tisch“ machen, sagte er zu der Entscheidung. Das Verhältnis zwischen CDU und ihm war seit Jahren angespannt. Mahnke sagte, er habe sich nie als Parteisoldat verstanden. Schon gar nicht als Befehlsempfänger.

          Welches Verständnis er von seinem Amt hat, zeigen Sätze aus einem Interview mit der Zeitung „Nordkurier“: „Ich bin als Bürgermeister gleichberechtigt und bilde mit den Stadtvertretern so etwas wie eine Doppelspitze. Schließlich bin ich direkt von den Einwohnern gewählt.“ Mahnke überstand die sogenannte Dienstwagenaffäre: Er war mit dem Dienstwagen nach Hause gefahren. Schon damals hatte sich die CDU-Fraktion gegen ihn gestellt. Jetzt warf er der Fraktion vor, praktisch alle seine Vorhaben abgelehnt zu haben, wozu die unentgeltliche Nutzung der Sporthalle genauso gehörte wie ein Schreiben an die Bundesregierung mit der Forderung, für Hartz-IV-Empfänger ein Babygeld zu zahlen.

          Vor anderthalb Jahren führten der CDU-Vorsitzende des Kreises Demmin, Michael Koch, und Mahnke schon einmal ein klärendes Gespräch. Damals konnten die Wogen geglättet werden. Jetzt aber wirkt die CDU geradezu erleichtert, den Mann nach so langer Zeit los zu sein.

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