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Osnabrück : Abschied von den Briten

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Schottischer Gardist Bild:

Als die britischen Truppen vor 63 Jahren nach Osnabrück kamen, hatte das Schwert noch eine andere Bedeutung. Zum Abschied aber übergab der Kommandeur der Vierten Brigade der Stadt Osnabrück ein Schwert als "Zeichen der Freundschaft und der Anerkennung".

          Als die britischen Truppen vor 63 Jahren nach Osnabrück kamen, hatte das Schwert noch eine andere Bedeutung. Zum Abschied aber übergab der Kommandeur der Vierten Brigade der Stadt Osnabrück ein Schwert als „Zeichen der Freundschaft und der Anerkennung“.

          Die enge Beziehung zwischen Standort und Soldaten war nicht gespielt - abfällige Worte über Briten sind in der Friedensstadt kaum je zu hören, auch wenn man mehr nebeneinander als miteinander lebte. Als einzige Stadt in Deutschland hatte Osnabrück einer ganzen Garnison den Ehrentitel „Freiheit der Stadt“ verliehen. Die Armee bedankte sich dafür mit einer jährlichen Parade vor dem historischen Rathaus und mit Blasmusik. Diese Tradition endete am Samstag mit einer Abschiedsparade.

          Zum Jahresende werden die letzten von noch 3000 britischen Soldaten abgezogen sein - wegen einer veränderten militärischen Strategie, in der die Bedeutung von Panzern schwindet, wegen veränderter Gefahreneinschätzungen und wohl auch wegen der Kosten. Noch in den siebziger Jahren beheimatete Osnabrück die größte britische Garnison im Ausland und die zweitgrößte überhaupt.

          Wehmut war spürbar. Der niedersächsische Ministerpräsident Wulff (CDU) sagte, solange er sich erinnern könne, habe er in seiner Geburtsstadt britische Soldaten gesehen. Noch aber bleiben 20 000 britische Soldaten in Deutschland, ein gutes Drittel davon in Niedersachsen.

          Die Heimkehrer verabschiedeten sich von mehreren tausend Zuschauern, die heftigem Regen trotzten, begleitet von Militärmusik der Schottischen Garde. Der geplante Zapfenstreich fiel aus, nachdem Posaunisten ihre Instrumente umdrehen mussten, um Regenwasser abfließen zu lassen.

          Anfangs sahen die Stadt und die Wirtschaft den Abzug relativ gelassen und in neuen Wohngebieten in ehemaligen Kasernen auch Chancen, zumal die Arbeitslosigkeit in Osnabrück relativ niedrig ist. Da indes nun auch andere Arbeitsplätze gefährdet sind, etwa beim Autohersteller Karmann, kann der Fortzug von drei, vier Prozent der Bevölkerung Spuren hinterlassen - jedenfalls in der Geschichte und im Selbstverständnis der Stadt.

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