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Mainz : Erster islamischer Kindergarten

Bild: ddp

Mehr als zwei Jahre lang wurde in Mainz über die Errichtung des ersten islamischen Kindergartens in Rheinland-Pfalz gestritten. Vorwürfe über die Förderung von Parallelgesellschaften und Islamismus hatten die Debatte bestimmt. Jetzt hat er die Tore geöffnet - unter Auflagen.

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          Mehr als zwei Jahre lang wurde in Mainz über die Errichtung des ersten islamischen Kindergartens in Rheinland-Pfalz gestritten. Vorwürfe über die Förderung von Parallelgesellschaften und Islamismus hatten die Debatte bestimmt. Doch am Montag war es soweit: Nachdem das Landesjugendamt im November dem islamischen Verein Arab Nil-Rhein und seinem Vorsitzenden Samy El Hagrasy die Betriebserlaubnis erteilt hatte, öffneten sich nun die Türen für die ersten acht Kinder, deren Eltern unter anderem aus Bosnien-Hercegovina, Marokko und der Türkei stammen. Für 25 Kinder ist Platz, auch Nichtmuslime seien willkommen, sagen die Betreiber.

          Thomas Holl

          Redakteur in der Politik.

          Zuvor hatte der Verein als Träger der „Al Nur Kindertagesstätte“ im vergangenen Jahr sein Konzept verändert und die Auflagen des Jugendamtes erfüllt. Mit einem pädagogischen Konzept, das wissenschaftlich begleitet werde, soll neben der Ausübung der eigenen Religion auch die Integration der Kinder gefördert werden. In regelmäßigem Abstand werde Professor Hans Reich von der Universität Landau deren Deutschkenntnisse testen, kündigte der Verein an.

          Die Gründung der islamischen Kindertagesstätte in der katholisch geprägten Domstadt war besonders von der örtlichen CDU scharf kritisiert worden. Auch der Link auf der Homepage des Vereins zu einem als islamistisch geltenden Prediger hatte die Christlichen Demokraten alarmiert. Die Verbindungen im Internet wurden inzwischen gelöscht, ein Treffen des CDU-Ortsvereinvorsitzenden mit El Hagrasy entspannte die Lage. Zu den Auflagen des Jugendamtes gehörten die Einrichtung eines wissenschaftlichen Beirats, feste Kontakte zu nichtmuslimischen Kindertagesstätten und die Distanzierung von extremistischen Tendenzen.

          Auf seiner Homepage verurteilt der Verein denn auch „jegliche Gewalt gegen unschuldige Menschen, Entführungen, Selbstmordattentate, Zwangsehen, Ehrenmorde, Blutrache und sonstige gewalttätige Ausschreitungen als für uns völlig inakzeptabel“. Politisch neutral ist der Verein in diesen Tagen indes nicht. Unter dem Stichwort „Gaza-Massaker“ kann eine Bildergalerie mit Fotos von Kindern, die durch israelische Bombenangriffe getötet wurden, geöffnet werden.

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