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Leipzig : Was ist in Honeckers Koffer?

Honeckers Koffer Bild: dpa

Als Erich Honecker im März 1991 mit seiner Frau Margot nach Moskau floh, blieben zwei Koffer in Berlin zurück. Jetzt kann in Leipzig besichtigt werden, was in den Gepäckstücken war.

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          Erich Honecker hatte noch lange zwei Koffer in Berlin. Als er im März 1991 mit seiner Frau Margot nach Moskau floh, blieben ein braunes und ein schwarzweiß meliertes Gepäckstück zurück. Der Versuch des Ehepaars, sich die Koffer über die Kommandantur der sowjetischen Streitkräfte nahe Berlin nachschicken zu lassen, blieb erfolglos.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Vor sechs Jahren konnte eine Zeitschrift die Gepäckstücke erwerben und vermachte sie vor wenigen Wochen dem Bonner Haus der Geschichte. Dessen Leipziger Dependance, das Zeitgeschichtliche Forum, zeigt nun die Koffer und ihren Inhalt.

          Bis zum 8. Juni sind in Leipzig Einblicke in das Leben der Honeckers und ihre Wahrnehmung der Zeit unmittelbar nach der Wende möglich. In den Koffern befinden sich zahlreiche Fotos von den Karrierestationen des sozialistischen Paares in der Partei, außerdem Zeugniskopien aus Erich Honeckers Zeit auf der Lenin-Schule Anfang der dreißiger Jahre in Moskau.

          Als besonders aufschlussreich bewertet Daniel Kosthorst vom Zeitgeschichtlichen Forum 20 Briefe aus dem Jahr 1991, die vom Bemühen der Honeckers zeugen, mit der politischen und persönlichen Krise umzugehen. Genossen, von denen sie sich verraten fühlen, beschimpft das entmachtete Herrscherpaar. „Der Krenz hat ja nun wirklich nicht alle Tassen im Schrank, sich vor einem bürgerlichen Gericht auszukotzen . . . und sich zu brüsten als ,Vordenker der Wende“", schreibt Frau Honecker. Ihr Mann vermerkt trotzig: „Schließlich ist doch die DDR nicht wegen ,unserer Fehler' untergegangen.“

          Noch im Juli 1991 gibt sich Margot Honecker verhalten optimistisch: „Schließlich wollen wir doch noch abhaben von diesem verdammt schönen Leben, oder?“

          Zeugnisse des schönen Lebens in der DDR finden sich aber auch. Ein Fotoalbum ist ausschließlich Honeckers geliebtem Jagdhund Flex gewidmet. Ein Album gestaltete Tochter Sonja nach einem gemeinsamen Urlaub auf der Ostsee-Insel Vilm. Darin finden sich Fotos und ein Text über ein „Agentenspiel“ in den Dünen: Fünf Feinde kundschaften eine geheime Basis aus und müssen dies „mit ihrem Leben bezahlen“. Das Resümee Sonjas: „Der Feind wird immer und überall auf der ganzen Linie geschlagen.“

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