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Köln : Kampf um die Prügelei

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Sport oder exzessive Gewalt? Bild:

Am 13. Juni prügeln sich in Köln die starken Männer. Im Stehen und im Liegen, umzäunt von einem Käfig. Das amerikanische Unternehmen „Ultimate Fighting Championship“ lässt seine Athleten zum ersten Mal in Deutschland kämpfen. In Köln regt sich dagegen immer mehr Protest.

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          Am 13. Juni prügeln sich in Köln die starken Männer. Im Stehen und im Liegen, umzäunt von einem Käfig. Das amerikanische Unternehmen „Ultimate Fighting Championship“ lässt seine Athleten zum ersten Mal in Deutschland kämpfen. Alle Kampfsportarten werden dabei kombiniert, und auch am Boden wird in der Regel weitergekämpft. Was Veranstalter Marek Lieberberg für anspruchsvollen Sport hält, den er aus Las Vegas in die Kölner Lanxess-Arena holt, empfinden die Politiker der Stadt als bloße Zurschaustellung von Gewalt. Zwischen Lieberberg und dem Arena-Geschäftsführer Ralf Bernd Assenmacher einerseits sowie dem Kölner Stadtrat andererseits ist eine heftige Auseinandersetzung im Gange, die auch vor Tiefschlägen nicht haltmacht.

          Die Veranstaltung, die schon vom Ordnungsamt genehmigt worden ist, wurde vom Kölner Stadtrat missbilligt. Der Antrag von Ratsmitglied Martin Müser (Kölner Bürger Bündnis) wurde einstimmig angenommen. Denn die Prügelei nehme „den Tod oder zumindest schwere Verletzungen eines Menschen billigend in Kauf“, sagte der Vorsitzende des Sportausschusses, Manfred Wolf (FDP). „Das ist für mich kein Sport.“ Lieberberg, der das Festival „Rock am Ring“ und Tourneen von Bands wie Bon Jovi veranstaltet, hält dagegen: „In Köln ist die Hölle los, die Stadt befindet sich in einer Art Dauerwahlkampf. Mit diesem Thema will sich der Stadtrat profilieren. Hier kann man schön in den Unterleib hauen und nachtreten.“ Kölner Rechtsanwälte warfen der Stadtspitze im Auftrag der Arena-Geschäftsführung Ruf- und Geschäftsschädigung durch falsche Tatsachenbehauptungen vor. Weil weder Wolf noch Müser eine „Unterlassungsverpflichtungserklärung“ unterzeichneten, drohten die Juristen mit einer Klage. Zunächst wollen sie aber mit Wolf und Müser sprechen.

          Nach Ansicht von Agnes Klein (SPD), Jugenddezernentin der Stadt Köln, ist die Veranstaltung unvereinbar mit dem Jugendschutzgesetz. „Wir wollen ein Verbot für Minderjährige aussprechen. Wir haben zahlreiche Anti-Gewalt-Maßnahmen, da ist so eine Veranstaltung genau kontraproduktiv“, sagt Klein. Jugendliche sollen am Eintritt in die Arena gehindert werden. 7000 Eintrittskarten sind schon verkauft.

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