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Iserlohn : Unterricht in Vertragstheorie

  • -Aktualisiert am

Bild: Bernd Helfert

25 Schüler haben mit Iserlohn einen Vertrag geschlossen: Die Stadt verpflichtet sich darin, den Unterzeichnern alle Unterstützung zukommen zu lassen, damit sie den Schulabschluss nach der zehnten Klasse erreichen. Die Schüler verpflichten sich, „an allen angebotenen Hilfen und Förderungen nach dem Förderplan teilzunehmen“.

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          Wenn in Iserlohn etwas los ist, findet das meistens in der Parkhalle Alexanderhöhe statt. Dort haben am Wochenende die Abiturienten ihren Abschlussball gefeiert, und am Montag haben sich dort schon wieder 400 Gäste versammelt. Sie alle waren Zeugen, als 25 Hauptschüler der achten Klasse einen Vertrag mit der Stadt Iserlohn unterzeichneten.

          Die Stadt verpflichtet sich darin, den Unterzeichnern alle Unterstützung zukommen zu lassen, damit sie den Schulabschluss nach der zehnten Klasse erreichen; dann garantiert sie auch einen angemessenen Ausbildungsplatz. Die Schüler verpflichten sich, „an allen angebotenen Hilfen und Förderungen nach dem Förderplan teilzunehmen“, keine Gewalt auszuüben, keine Drogen zu nehmen und sich nicht zu betrinken.

          Jederzeit kann der Schüler mit Zustimmung der Eltern aus dem Abkommen aussteigen, während die Stadt den Vertrag nur kündigen kann, wenn sich der Schüler auch nach zwei Abmahnungen nicht an die Absprachen hält. Am Ende steht dann die Ausbildung oder die weiterführende Schule. „Kein Abschluss ohne Anschluss“, sagte Bürgermeister Müller bei der Feierstunde.

          Er weiß, wovon er spricht: Im Sommer 2006 haben 18 Prozent der Schulabgänger die fünf Iserlohner Hauptschulen ohne Abschluss verlassen. Das soll anders werden, auch wenn es nicht leicht wird. Deshalb haben sie der Aktion den Namen „Quantensprung“ gegeben.

          Obwohl die Jugendhilfe in Iserlohn eng mit der Schule verknüpft ist, kann die Stadt die Garantien nicht allein einlösen, aber sie verknüpft alle Beteiligten miteinander: die Agentur für Arbeit, die Kreishandwerkerschaft, die Handelskammer und die Arbeitgeber. Unter den Anwesenden machten die 25 Schüler noch die kleinste Gruppe aus - der festliche Rahmen sollte auch andere Schüler zur Vertragsunterschrift ermutigen.

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