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Heilbronn : Auf den Trollinger!

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Gerhard Mayer-Vorfelder, Trollinger-Freund Bild: dpa/dpaweb

Der Trollinger, der Lieblingswein der Württemberger, der es sogar zum Bestandteil der politischen Kultur gebracht hat, muss an seinem Image arbeiten. Mehrere Winzerinnen haben das nun in Angriff genommen.

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          Als Lieblingswein der Württemberger ist der Trollinger auch zu einem wichtigen Bestandteil der politischen Kultur geworden. Der frühere Finanzminister Stratthaus (CDU) hat das zu spüren bekommen, als er für sein Bekenntnis, er ziehe den italienischen Barolo dem Trollinger vor, kritisiert wurde. Von Stratthaus' Vorgänger im Ministerium, Gerhard Mayer-Vorfelder (CDU), war dagegen bekannt, dass er den Trollinger überaus schätzte.

          Trotz solcher Werbeträger hat der Wein Schwierigkeiten mit seinem Image bekommen. Was ist ihm nicht alles angedichtet worden: Er werde nur vom Opa im Vierteleglas getrunken, es handele sich in Wahrheit um schwäbisches Leichenwasser, dass nördlich von Heilbronn niemand kaufen wolle. Der Trend zu tanninreichen, farbintensiven und alkoholreichen Rotweinen schadete dem Trollinger zusätzlich.

          Nun haben sich zehn kämpferische Frauen zusammengeschlossen. Sieben von ihnen sind Winzerinnen. Sie wollen den Ruf des Trollingers retten. Eine dieser Winzerinnen ist Christina Hengerer-Müller. „Vor zwei Jahren haben wir unsere Weine präsentiert, am Ende der Veranstaltung hieß es, jetzt müssen wir noch einen Italiener trinken, damit der Abend gerettet ist“, erzählt die Heilbronner Winzerin.

          Ihr Heimatstolz war gekränkt, denn in Württemberg ist der Trollinger immer noch die meistangebaute Rebsorte, auch wenn in vielen Weinbergen rings um Stuttgart mittlerweile Merlot- und Shiraz-Reben angebaut werden. Die Stuttgarter Porsche-Schickeria zahlt für diese Weine gern 40 Euro je Flasche. Um diese Entwicklung zu stoppen, keltern die sieben Winzerinnen nun einen klassischen Trollinger, der ziegelrot ist und dessen Alkoholgehalt nicht höher als 12,5 Prozent sein soll. Auf dem Etikett sieht man eine Eva, die statt eines Apfels Weintrauben in der Hand hält.

          Die Urteile, auch aus der Politik, sind positiv: Die frühere Weinkönigin Julia Klöckner, derzeit CDU-Bundestagsabgeordnete aus Rheinland-Pfalz, schrieb: „Ein Roter, der sich sehen lassen kann.“ Die Weinkolumnistin Natalie Lumpp lobt den Trollinger als bekömmlichen Alltagswein. Stratthaus und Mayer-Vorfelder schweigen noch.

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