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Hannover : Pecunia olet

  • -Aktualisiert am

Bild: Bernd Helfert

Das Unternehmen Boehringer-Ingelheim will in Hannover ein Forschungszentrum für Tierimpfstoffe bauen. Dazu soll auch ein Versuchsstall mit 1000 Schweinen gehören. Sowohl Tierschützer als auch Anwohner sind davon nicht begeistert.

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          Das sonst so ruhige Hannover ist in Aufruhr über den geplanten Bau eines „weltweit führenden“ Forschungszentrums für Tierimpfstoffe. CDU-Politiker streiten untereinander. Ein prominenter Wirtschaftsvertreter zeiht den wirtschaftsfreundlichen Oberbürgermeister öffentlich der Lüge. Selbst die Gegner des Vorhabens spalten sich in grüne Jugend und Großbürger: Den einen geht es um die Ablehnung von Tierversuchen, den anderen um Bedenken der Anwohner.

          Das Unternehmen Boehringer-Ingelheim will das Labor in einem gutbürgerlichen Wohnviertel bauen, direkt neben der Tierärztlichen Hochschule mit ihrem herausragenden Ruf in der Infektionsmedizin - auf einer Kleingartenkolonie mit dem Namen „Sommerlust“.

          Ministerpräsident Wulff (CDU) weist auf den Erfolg von Stadt und Land als attraktivem und zuverlässigem Wirtschaftsstandort - das Zentrum bringe 40 Millionen Euro und 200 Arbeitsplätze nach Hannover sowie internationales Ansehen. Er wird kraftvoll unterstützt vom Oberbürgermeister der Stadt und vom Regionspräsidenten, beide Mitglieder der SPD.

          In Wulffs eigener Partei rumort es: Just jener Vorort ist eine Hochburg der CDU. Viele Anwohner und Ortspolitiker wehren sich. Die einen weisen auf Gefahren durch entweichende Viren oder möglichen Gestank.

          Der Sprecher der Metallindustrie versendet im Freundeskreis eine Glosse gegen den mit dem Labor verbundenen Versuchsstall mit tausend Schweinen; das sei vermutlich die einzige Schweinemast der Welt im Herzen einer Großstadt. Das Wirtschaftsministerium wolle Niedersachsen doch eigentlich befreien vom Bild eines agrarisch geprägten Landes. Aufgebrachte Bürger beraten über Protestaktionen, Unterschriftenlisten sowie Klagen und verweisen darauf, dass Tübingen zuvor das Labor verhindert habe.

          Aussichten auf Erfolg haben die Gegner kaum. Das größte familiengeführte Pharmaunternehmen der Welt konnte die Einwände der Stadträte von CDU, SPD und FDP widerlegen - die Grünen wollen sich die Entscheidung offenhalten.

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