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Großbothen : Im Dienst der Wissenschaft

Das Haus „Energie” in der Wilhelm-Ostwald-Gedenkstätte Bild: dpa

Wilhelm Ostwald war einer der wenigen universellen Köpfe des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Gedenkstätte zur Pflege seines Erbes ist nun vom Freistaat Sachsen an die gemeinnützige „Gerda und Klaus Tschira Stiftung“ des SAP-Mitgründers übergegangen.

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          Wilhelm Ostwald war einer der wenigen universellen Köpfe des 19. und 20. Jahrhunderts. Der 1853 in Riga geborene Wissenschaftler widmete sich der Farbenlehre und veröffentlichte einen „Ostwaldschen Farbenatlas“. Er schuf mehr als 1000 Ölgemälde. An der Universität Leipzig lehrte Ostwald nicht nur Chemie, sondern auch Philosophie.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Ostwald versuchte sogar eine eigene philosophische Lehre zu begründen - die „Energetik“. Selbst auf die Ökonomie und die Kulturwissenschaften wollte der Forscher seinen Energiebegriff ausdehnen. Von 1910 an war er mit Ernst Haeckel eine der Führungspersönlichkeiten des „Deutschen Monistenbundes“. Die Vereinigung setzte sich für ein wissenschaftlich begründetes Weltbild ein.

          Von größter Bedeutung aber sind Ostwalds Grundlagenforschungen auf dem Gebiet der Chemie. Vor 100 Jahren erhielt der Leipziger Forscher den Nobelpreis für Chemie für seine Erkenntnisse über die Katalyse. „Ein Katalysator ist jeder Stoff, der, ohne im Endprodukt einer chemischen Reaktion zu erscheinen, ihre Geschwindigkeit verändert“, lautet der Lehrsatz, durch den Schüler bis heute im Chemieunterricht mit Ostwalds Erkenntnissen Bekanntschaft machen.

          Dass das Erbe des großen Forschers in Sachsen würdevoll erhalten werden kann, dafür tragen seit dem 1. Januar besonders engagierte Mäzene Sorge: Ende des vergangenen Jahres übertrug der Freistaat die „Wilhelm-Ostwald-Gedenkstätte“ in Großbothen an die gemeinnützige „Gerda und Klaus Tschira Stiftung“. Tschira ist Mitgründer des Software-Unternehmens SAP in Walldorf. Mit der Stiftung sind er und seine Frau seit Jahren darauf bedacht, das Verständnis für Naturwissenschaft, Mathematik und Informatik zu fördern.

          In Großbothen soll wie bisher in einem Museum über das Wirken des Chemie-Nobelpreisträgers informiert werden. Zudem soll der von Ostwald selbstverständlich „Energie“ genannte Landsitz künftig auch für Tagungen und „Denkzeiten“ renommierter Wissenschaftler dienen. Freilich lohnt allein schon das weitläufige Ostwaldsche Anwesen einen Besuch in Großbothen. In einem malerischen Steinbruch auf dem Gelände liegt Ostwald begraben.

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