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Düsseldorf : Keine Brücke für Erwin

Bild: Bernd Helfert

Der im Mai vergangenen Jahres verstorbene Düsseldorfer Oberbürgermeister Joachim Erwin (CDU) hat den Bürgern seiner Stadt ein politisches Vermächtnis hinterlassen. „Streitet euch nicht um eine Straße oder eine Hausnummer für mich“, stand darin. Jetzt wird für ihn um den Namen einer Brücke gestritten.

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          Der im Mai vergangenen Jahres verstorbene Düsseldorfer Oberbürgermeister Joachim Erwin (CDU) hat den Bürgern seiner Stadt ein politisches Vermächtnis hinterlassen. „Streitet euch nicht um eine Straße oder eine Hausnummer für mich“, stand darin.

          Thomas Jansen

          Redakteur in der Politik.

          An diese Vorgabe hielt man sich in der Hauptstadt Nordrhein-Westfalens und stritt stattdessen darüber, ob die 2002 eröffnete Flughafenbrücke, die den Düsseldorfer Stadtteil Stockum mit der Stadt Meerbusch verbindet, nach Erwin benannt werden sollte. Mit dem Namen der Autobahnbrücke, den das Bundesverkehrsministerium einst erdacht hatte, weil die Autobahn zum Flughafen führt, waren viele Düsseldorfer ohnehin nicht glücklich. In einer Umfrage der Stadt bekam damals der Name Niederrhein-Brücke die größte Zustimmung.

          Die Düsseldorfer CDU schlug schließlich vor, die Brücke nach dem ehemaligen Oberbürgermeister umzubenennen. Der frühere Verkehrsminister Wittke trug dieses Anliegen Bundesverkehrsminister Tiefensee vor, der von Amts wegen für die Namensgebung zuständig ist. Dieser wiederum teilte mit, dass einer Umbenennung nichts im Wege stehe, wenn die Landesregierung diese wünsche. Derweil hatte man in Düsseldorf die Rechnung jedoch ohne die Stadt Meerbusch gemacht, auf deren Gebiet die Brücke zur Hälfte steht. Eine Umbenennung halte man „weder für geboten noch für wünschenswert“, hieß es in einer Resolution des Meerbuscher Rates an Ministerpräsident Rüttgers und Wittkes Nachfolger Lienenkämper vom Februar dieses Jahres, die mit den Stimmen aller Parteien verabschiedet wurde. In Meerbusch war man schon zu Lebzeiten Erwins nicht gut auf den Düsseldorfer Oberbürgermeister zu sprechen gewesen. Man verübelte ihm seinen regionalen Führungsanspruch.

          Schließlich entschied Verkehrsminister Lienenkämper am Mittwoch - nach eigenem Bekunden mit Rücksicht auf Erwins politisches Vermächtnis -, dass die Flughafenbrücke nicht umbenannt wird, weil zwischen den Städten Düsseldorf und Meerbusch eine Einigung in dieser Frage nicht zu erreichen sei. Lienenkämper ist in Meerbusch aufgewachsen, lebt dort und war bis 2008 im Rat der Stadt.

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