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Bonn : Rheinische Leistungsvielfalt

Bild: Bernd Helfert

In Bonn haben sich 156 Schüler für eine neue Gesamtschule angemeldet, doch nur 30 von ihnen haben eine Empfehlung für das Gymnasium. Das sei zu wenig, sagt die Bezirksregierung Köln und verweigert die Genehmigung.

          Im Oktober vergangenen Jahres beschloss der Rat der Stadt Bonn mit den Stimmen der SPD, der Grünen und des Bürgerbunds Bonn die Gründung einer vierten Gesamtschule. Sie soll das Gebäude der Gemeinschaftshauptschule Am Römerkastell im Norden Bonns erhalten. Eine Elterninitiative hatte schon seit längerem eine weitere Gesamtschule gefordert, weil die drei Gesamtschulen der Stadt in den vergangenen Jahren aufgrund der großen Nachfrage viele Kinder nicht aufnehmen konnten; die CDU lehnte dieses Ansinnen ab, die Grünen indes waren dafür. Die SPD zögerte zunächst, sprach sich aber schließlich ebenfalls für das Vorhaben aus; kurz darauf nominierte sie den Leiter einer Gesamtschule zu ihrem Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters.

          Thomas Jansen

          Redakteur in der Politik.

          Im Januar erteilte die Bezirksregierung Köln schließlich die Genehmigung, knüpfte diese indes an zwei Bedingungen: Es müssten mindestens 112 Anmeldungen vorliegen, und ein Drittel der Kinder müsse von ihrer Grundschule wenigstens eine eingeschränkte Empfehlung für den Besuch des Gymnasiums vorweisen können. Die Zahl der erforderlichen Anmeldungen wurde zwar erreicht - aber nur 30 von 156 Kindern waren nach dem Urteil ihrer Grundschule für das Gymnasium geeignet.

          Daraufhin teilte die Bezirksregierung der Stadt mit, dass sie die Gesamtschule nicht genehmigen könne, weil die „notwendige Leistungsheterogenität“, ein „wesentliches Strukturmerkmal der Gesamtschule“, nicht gewährleistet sei. Nur so bestehe eine Chance, dass die für eine gymnasiale Oberstufe erforderliche Schülerzahl erreicht werden könne. Dagegen argumentiert die Stadt, die Bezirksregierung dürfe eine solche Bedingung nicht vorschreiben - im Schulgesetz Nordrhein-Westfalens stehe davon nichts. Zudem besäßen immerhin 79 Schüler mindestens eine uneingeschränkte Empfehlung für die Realschule, was im Vergleich zu anderen Gesamtschulen eine überdurchschnittlich hohe Zahl sei.

          Am Dienstag hat die Stadt nun Klage gegen die Bezirksregierung beim Verwaltungsgericht Köln eingereicht und einen Eilantrag gestellt. Die Eltern müssen ihre Kinder derweil, wie die Verwaltung mitteilte, „vorsorglich“ erst einmal an einer anderen Schule anmelden - die Plätze würden aber freigehalten.

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