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Strategiewechsel im Irak : Bush versucht es mit neuem Führungspersonal

  • Aktualisiert am

Bush verspricht einen „neuen Weg vorwärts” Bild: AP

Mit dem angekündigten Strategiewechsel in der Irak-Politik wird Präsident Bush auch die amerikanischen Führungspositionen in dem Land neu besetzen. Neben den militärischen Befehlshabern wolle er auch den Botschafter in Bagdad austauschen, hieß es in Medienberichten.

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          Nach amerikanischen Medienberichten soll die neue Irak-Politik von Präsident Bush von umfangreichen Personalwechseln begleitet werden. Der derzeitige amerikanische Botschafter im Irak, Zalmay Khalilzad, übernimmt den Botschafterposten bei den UN in New York. Auf den Posten in Bagdad rückt der bisherige Botschafter in Pakistan, Ryan Crocker, nach. Der pensionierte Vizeadmiral Mike McConnell wird neuer Koordinator für die Geheimdienste.

          Auch bei den Streitkräften kommt es zur Ablösung zweier wichtiger Führungsfiguren: Neuer Chef des für den Nahen Osten zuständigen Zentralkommandos in Tampa (Florida) und Nachfolger von Heeresgeneral John Abizaid wird der derzeitige Befehlshaber des Pazifischen Kommandos, Admiral William Fallon. Die Position von Heeresgeneral George Casey als Kommandeur der amerikanisch geführten Koalitionstruppen im Irak übernimmt Heeresgeneralleutnant David Petraeus, der bei der Invasion vom März 2003 die 101. Luftlandedivision kommandiert und später die Ausbildung der irakischen Sicherheitskräfte koordiniert hatte (siehe dazu: Bush besetzt amerikanische Führung im Irak neu). Petraeus wird vor seiner Rückkehr in den Irak mit dem vierten Generalsstern ausgezeichnet.

          „Mein Denken nimmt Gestalt an“

          Bush will seine neue Irak-Strategie mit dem Titel „Der neue Weg vorwärts“, deren Kern eine vorübergehende Verstärkung der derzeit etwa 140.000 amerikanischen Soldaten um 20.000 bis 40.000 Mann ist, am Mittwoch vorstellen. „Mein Denken nimmt Gestalt an“, sagte Bush, der sich noch nicht zu Einzelheiten seines Plans äußern wollte.

          Bush kritisierte in Washington den Ablauf der Hinrichtung Saddam Husseins am frühen Morgen des 30. Dezember, die „würdevoller“ hätte verlaufen müssen. Gleichwohl sei der frühere Diktator seiner gerechten Strafe zugeführt worden. Bush hatte zuvor mit dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri al Maliki zwei Stunden lang per Videokonferenz über die Hinrichtung Saddams und die bevorstehende Neuausrichtung seiner Irak-Politik gesprochen.

          Blair unter Druck

          Der britische Premierminister Blair hielt sich mit einer Stellungnahme zur Hinrichtung zurück. Der Labour-Chef lehnte es am Freitag in London auch nach der Rückkehr aus dem Winterurlaub ab, einen Kommentar abzugeben. „Ich werde einen Weg finden, darüber zu sprechen. Aber heute nicht“, sagte er. In seiner Partei wird das Schweigen des Premierministers inzwischen kritisiert. Wegen der britischen Beteiligung am Irak-Krieg steht Blair schon lange in der Kritik.

          In der Nähe der südirakischen Stadt Basra wurde derweil ein ausländischer Zivilist entführt. Zur Nationalität des Ausländers wollte ein britischer Militärsprecher am Freitag keine Angaben machen. Aus irakischen Sicherheitsbehörden hieß es, dass es sich um einen Amerikaner handele.

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