https://www.faz.net/-gpf-ae8jh

Impfung von Jugendlichen : Schulbeginn mit Risiko

  • -Aktualisiert am

Schutz vor Corona: Eine Schülerin in München wird geimpft. Bild: SvenSimon

Die Politik will nicht länger auf eine Empfehlung der Stiko warten. Erste Bundesländer machen Impfangebote für Schüler ab 12 Jahren. Ob das reicht, um Schulschließungen zu verhindern?

          1 Min.

          Schleswig-Holstein geht voran und schickt mobile Impfteams an seine Schulen. Andere Länder folgen mit gezielten Impfangeboten für ältere Schüler. Mit Blick auf das Ende der Ferien und die vierte Corona-Welle wollen einige Kultusminister nicht länger auf die seit Wochen erhoffte und inzwischen angemahnte Empfehlung der Ständigen Impfkommission zur Impfung auch von gesunden Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 warten.

          Immer noch hat das Gremium dies wegen unklarer Datenlage nicht getan. Das fehlende Votum der Stiko als der höchsten wissenschaftlichen Autorität in Impffragen lässt viele Eltern, aber auch Kinderärzte zögern.

          Die Hoffnung der Politik hat sich zerschlagen

          Gleichzeitig stockt die Impfkampagne besonders in der Gruppe der Jüngeren bis 35 Jahre. Die Hoffnung der Politik, dass sich genug Erwachsene bis zum Herbst impfen lassen, damit die Pandemie durch Herdenimmunität endet, hat sich zerschlagen. Die notwendige hohe Impfquote unter Erwachsenen ist kaum mehr erreichbar, um die meisten der Millionen ungeimpften Kinder und Jugendlichen vor Ansteckung und möglichen Covid-Folgen zu schützen.

          Zugleich macht die Delta-Variante des Virus die Gefahr von Massenausbrüchen an Schulen wahrscheinlich – unabhängig von Tests und Luftfiltern. Das wichtigste bildungspolitische Ziel, die Schulen offen zu lassen, könnte verfehlt werden. Für die Schülergeneration Corona wäre dies eine Katastrophe. Noch ist sie vermeidbar.

          Thomas Holl
          Redakteur in der Politik.

          Weitere Themen

          Drei neue Impfzentren öffnen im Oktober

          Corona-Schutz : Drei neue Impfzentren öffnen im Oktober

          Nach der Schließung ist vor der Öffnung: Der Main-Kinzig-Kreis setzt seine Impfkampagne fort. Aber die neuen Impfzentren sind kleiner als die bisherigen.

          Laschet setzt alles auf Jamaika Video-Seite öffnen

          Neue Regierungsspitze : Laschet setzt alles auf Jamaika

          Kanzlerkandidat Armin Laschet sieht einen „persönlichen Anteil“ am schlechten Wahlergebnis der Union bei der Bundestagswahl. Dennoch setzt der CDU-Chef jetzt darauf, eine Jamaika-Koalition mit Grünen und FDP zu bilden.

          Droht der nächste Machtkampf in der CDU?

          Laschets Nachfolge in NRW : Droht der nächste Machtkampf in der CDU?

          Der nordrhein-westfälische Landesverband ringt um die Nachfolge von Ministerpräsident Armin Laschet. Die einen wollen schnell ihren Favoriten Hendrik Wüst durchsetzen – die anderen abwarten. Sie haben andere Pläne.

          Topmeldungen

          Armin Laschet und CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak am Montag in Berlin

          Laschet und die Union : Der Kandidat, der enttäuschte

          Nach dem enttäuschenden Wahlergebnis muss der CDU-Vorsitzende Armin Laschet die Parteifreunde besänftigen. Vom zweiten Platz aus versucht die Union, eine Regierungsperspektive zu behalten.
          Jörg Meuthen, Tino Chrupalla und Alice Weidel am Montag in Berlin

          AfD in Ostdeutschland : Blau blüht das Kernland

          Die AfD wird in Sachsen und Thüringen stärkste Kraft, obwohl sie im Vergleich zur Wahl von 2017 teilweise Stimmenanteile verliert. Was folgt daraus für die Partei? In Berlin zofft sich die Führung auf offener Bühne.
          Christian Lindner (rechts), FDP-Vorsitzender und Robert Habeck, Grünen-Vorsitzender, nehmen am Deutschen Arbeitgebertag 2018 teil.

          Die Grünen und die FDP : Gespräche geübter Gegner

          Inhaltlich liegen FDP und Grüne in vielen Politikfeldern über Kreuz. Doch der Wille zu einer gemeinsamen Regierung bringt sie nun einander näher.
          Die Ko-Vorsitzenden Habeck und Baerbock am Montag in der Bundespressekonferenz

          Nach F.A.Z.-Informationen : Grüne wollen Habeck als Vizekanzler

          Mit Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin sind die Grünen an ihren eigenen Ansprüchen gescheitert. Nun ist nach Informationen der F.A.Z. klar: Wird die Partei Teil der nächsten Bundesregierung, will sie Robert Habeck zum Vizekanzler machen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.