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Steuerhinterziehung : Fahnder wegen Alice Schwarzer bei Springer

  • Aktualisiert am

Im Visier der Steuerfahnder: Alice Schwarzer Bild: dpa

Steuerfahnder gehen im Fall Alice Schwarzer offenbar auch ihrer Arbeit als Autorin für den Springer-Verlag auf den Grund. Die Beamten kamen unangekündigt in die Konzernzentrale und beschlagnahmten Unterlagen.

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          Im Zuge der Ermittlungen gegen die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer sind Steuerfahnder auf der Suche nach Unterlagen auch beim Axel-Springer-Konzern in Berlin vorstellig geworden. Sie hätten dabei Papiere beschlagnahmt, die die Arbeit von Schwarzer als Autorin der „Bild“-Zeitung beträfen, berichtete die zum Konzern gehörende Zeitung am Dienstag. Die Beamten der Steuerfahndung Köln seien in der vergangenen Woche unangekündigt erschienen und hätten Unterlagen in der Konzernzentrale beschlagnahmt.

          Die Staatsanwaltschaft Köln war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Gegenüber der „Bild“-Zeitung hatte sie Auskünfte zu dem Vorgang mit Hinweis auf das Steuergeheimnis abgelehnt. Die Oberfinanzdirektion Rheinland teilte auf Anfrage ebenfalls mit, dass sie wegen des Steuergeheimnisses keine Auskünfte geben könne. Eine Sprecherin der Publizistin kündigte dagegen eine „Reaktion“ an.

          Ermittlungen trotz Selbstanzeige

          Gegen Alice Schwarzer war trotz ihrer Selbstanzeige und einer Steuernachzahlung ermittelt worden. Dies sei gesetzlich vorgesehen, hatte ihr Anwalt Christian Schertz im Juni mitgeteilt. Steuerfahndung und Staatsanwaltschaft hatten demnach im Mai Schwarzers Haus im Bergischen Land durchsucht.

          Unklar blieb, ob die Steuerfahnder mit ihren Maßnahmen lediglich die Angaben der Selbstanzeige überprüfen oder dem Verdacht einer unvollständigen Selbstanzeige nachgehen wollten, wie die Nachrichtenmagazine „Spiegel“ und „Focus“ im Sommer berichtet hatten. Im zweiten Fall könnte Schwarzers Selbstanzeige ihre strafbefreiende Wirkung verlieren.

          Die Herausgeberin und Chefredakteurin der feministischen Zeitschrift „Emma“ hatte Anfang Februar zugegeben, seit den achtziger Jahren ein Schweizer Konto geführt, es aber erst 2013 beim Finanzamt angegeben zu haben. Sie habe 200.000 Euro für die vergangenen zehn Jahre nachgezahlt, plus Säumniszinsen.

          Als Schwarzers Selbstanzeige bekanntgeworden war, hatte die Autorin eine „Verletzung des Steuergeheimnisses“ und die Verletzung ihrer Privatsphäre kritisiert. Man wolle gezielt ihren Ruf schädigen – auch nach ihrer Kampagne gegen die Prostitution.

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