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Staatsbesuch in Griechenland : Steinmeier gedenkt der Opfer der deutschen Besatzung

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Zum Gedenken: Bundespräsident Steinmeier im ehemaligen deutschen Konzentrationslager Chaidari in der Nähe von Athen Bild: dpa

Das Konzentrationslager Chaidari galt bei den Griechen als „Vorzimmer zum Tod“. Bis zu 25.000 Menschen waren dort interniert. Die deutsche Besatzung dürfte ein wichtiges Thema beim Besuch des Bundespräsidenten sein.

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          Zu Beginn seines Staatsbesuchs in Griechenland hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einem ehemaligen deutschen Konzentrationslager in der Nähe von Athen der Opfer gedacht. Während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg waren in dem Lager Chaidari bis zu 25.000 Menschen interniert gewesen.

          Nach 1941 kam es an vielen Orten Griechenlands zu Massenerschießungen und anderen Gräueltaten. Allein 60.000 bis 70.000 jüdische Griechen wurden ermordet.

          Nach dem Besuch des Lagers und einer Kranzniederlegung am Grabmal des unbekannten Soldaten ist ein erstes Treffen mit Präsident Prokopis Pavlopoulos angesetzt. Auch Gespräche mit Ministerpräsident Alexis Tsipras und Oppositionsführer Kyriakos Mitsotakis sind vorgesehen.

          Im Beisein der beiden Präsidenten werden Familienministerin Franziska Giffey und ein griechischer Regierungsvertreter ein Abkommen über ein deutsch-griechisches Jugendwerk paraphieren. Am Freitag reist der Bundespräsident zum Abschluss seines Besuchs gemeinsam mit Pavlopoulos in dessen Heimatstadt Kalamata.

          Das Lager Chaidari ist im kollektiven Gedächtnis der Griechen als eine Art „Vorzimmer zum Tod“ präsent. In den Jahren der Besatzung von 1941 bis 1944 wurden dort Hunderte Widerstandskämpfer interniert. Von Chaidari aus gingen Transporte von Juden aus dem Süden und Westen Griechenlands nach Auschwitz.

          Am stärksten in Erinnerung bleibt die Hinrichtung von 200 Widerstandskämpfern und Kommunisten am 1. Mai 1944. „Die Erde konnte das vergossene Blut nicht aufsaugen“, sagten Augenzeugen nach der Befreiung.

          Die Verantwortung für Verbrechen während der deutschen Besatzung Griechenlands im Zweiten Weltkrieg dürften bei dem Besuch Steinmeiers wichtiges Thema werden. Es wird damit gerechnet, dass die umstrittene Forderung nach Reparationszahlungen in dreistelliger Milliardenhöhe abermals vorgebracht wird. Das Thema belastet die deutsch-griechischen Beziehungen seit Jahrzehnten. Die Bundesregierung hält die Forderung durch ein Abkommen von 1960 und den Zwei-plus-Vier-Vertrag von 1990 über die deutsche Wiedervereinigung für rechtlich erledigt.

          In einem gemeinsamen Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und die griechische Zeitung „Kathimerini“ fordern Steinmeier und Pavlopoulos eine Rückbesinnung auf die Grundideen Europas. „Die Erinnerung daran, was für ein langer und beschwerlicher Weg es von den Abgründen der Weltkriege bis zum vereinten, demokratischen und friedlichen Europa war, und die Strahlkraft dieses vereinten Europas drohen zu verblassen“, heißt es in dem Beitrag.

          Zudem stünden in einem seit Ende des Kalten Krieges nie dagewesenen Ausmaß die europäischen Werte und Überzeugungen unter Druck. Autoritäres Denken werde für viele Menschen ein „Quell der Faszination“. In Griechenland und in Deutschland sei das Friedensprojekt der europäischen Einigung die „Antwort auf die Irrwege unserer jeweiligen Geschichte“ gewesen. Daraus entstehe eine besondere Verantwortung für das Gelingen dieses einzigartigen Projekts.

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