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Steigende Infektionszahlen : Mit Verantwortung handeln!

Oktoberfest light in München. Bild: AP

Deutschland steht in der Pandemie gut da. Das liegt an einer Vielzahl von Faktoren – nicht zuletzt an jedem Einzelnen. Das muss so bleiben.

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          Was das Wetter angeht, so kann von Herbst noch keine Rede sein. Und ebenso hat man vielerorts auf Straßen und Plätzen, in Parks und Gärten den Eindruck, die Pandemie sei längst Geschichte. Dabei stehen die steigende Zahl der positiv auf Corona Getesteten und die Ausbreitung der Infektion in diametralem Gegensatz zur allgemeinen sommerlichen Stimmung.

          Zur Panik besteht aber kein Grund. Heute weiß man zwar längst (noch) nicht alles über das Virus, aber doch wesentlich mehr als vor dem „Lockdown“, genug jedenfalls, um die Pandemie gezielter zu bekämpfen und zugleich das öffentliche Leben und die Wirtschaft aufrechtzuerhalten. Es ist klar, dass Lockerungen auch mit Risiken einhergehen. Doch besser sollte man von der Wiederherstellung ursprünglicher Freiheit reden. Auch die gibt es nicht umsonst. Gerade jetzt muss man verantwortungsvoll mit ihr umgehen.

          Denn niemand, der sich auch nur ansatzweise mit diesem Virus befasst, kann es auf die leichte Schulter nehmen. Auch wenn das Risiko, als jüngerer Mensch an Corona zu sterben, hierzulande sehr gering ist: Auch Erwachsene in guter körperlicher Verfassung können nach einer Erkrankung lange brauchen, bis sie wieder voll leistungsfähig sind. Es handelt sich eben nicht nur um eine Lungenkrankheit; manche Spätfolgen sind kaum abschätzbar. Das Gesundheitssystem kann auch schleichend auf eine harte Probe gestellt werden.

          Auch deshalb kann die Politik einem Wiederanstieg der Fallzahlen nicht tatenlos zusehen. Mehr denn je kommt es aber auch darauf an, gezielt, wirksam und angemessen vorzugehen. Bekannt ist der Übertragungsweg. Also: Abstand halten, Maske tragen – dann ist die Gefahr gering, im Freien erst recht. Auch so ist wirtschaftliches, soziales, ja geselliges Leben möglich.

          Nicht zum Leichtsinn verleiten sollte die erfreuliche Tatsache, dass Deutschland in der Pandemie ziemlich gut dasteht. Das liegt an einer Vielzahl von eher institutionellen Faktoren – vom Gesundheitssystem bis zur kommunalen Selbstverwaltung –, nicht zuletzt aber am verantwortungsvollen Handeln der Menschen. Das muss so bleiben.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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